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UBS-Ökonom rechnet nicht vor 2017 mit einer Zinswende

Die SNB weicht trotz der Abschwächung des Frankens in den vergangenen Monaten nicht von ihrem geldpolitischen Kurs ab. Sie setzt weiter auf Negativzinsen.

Die SNB hält an ihren geldpolitischen Kurs fest: Die Schweizerische Nationalbank in Bern.
Die SNB hält an ihren geldpolitischen Kurs fest: Die Schweizerische Nationalbank in Bern.
Peter Klaunzer, Keystone

Trotz einer leichten Abschwächung bleibe der Franken insgesamt immer noch deutlich überbewertet, teilte die SNB in ihrer Lagebeurteilung mit. Die negativen Zinsen in der Schweiz und die Bereitschaft der SNB, im Devisenmarkt einzugreifen, machten Anlagen in Franken weniger attraktiv. Beides diene dazu, den Druck auf den Franken abzuschwächen.

Seit der Einführung der Negativzinsen im Januar müssen Banken, die ein Girokonto bei der SNB haben, einen Strafzins von 0,75 Prozent auf einem Teil ihrer Einlagen zahlen. Mit der Massnahme wird der Anreiz für Schweizer Investoren erhöht, ihre überschüssigen Ersparnisse ins Ausland zu exportieren. Gleichzeitig sollen es die Negativzinsen für ausländische Anleger unattraktiver machen, in Franken-Vermögenswerte zu investieren.

Das Zielband für den Drei-Monats-Libor belässt die SNB unverändert bei -0,25 bis -1,25 Prozent. Der Libor-Zinssatz regelt die Kosten, zu denen sich Banken untereinander Geld leihen.

Dass die SNB weiter nicht an der Zinsschraube dreht, ist keine Überraschung. Ökonomen hatten damit gerechnet, dass die SNB ihren geldpolitischen Kurs fortsetzt.

Franken stabil

Nach der Veröffentlichung der vierteljährlichen Lagebeurteilung der Notenbank gewann der Franken zunächst geringfügig an Wert. Für einen Euro wurden zuletzt 1,0960 Franken bezahlt nach 1,0970 unmittelbar vor der Bekanntgabe. Am Mittag pendelte er sich wieder bei 1,0970 ein.

Der Franken hatte sich in den vergangenen Wochen kontinuierlich abgewertet. Letzte Woche knackte der Euro erstmals seit der Mindestkursaufhebung Mitte Januar die Marke von 1,10 Franken. Unter dem starken Franken leiden insbesondere die Schweizer Exportindustrie und der Tourismus.

Weitere Erholung erwartet

Die Nationalbank geht von einer Fortsetzung der moderaten weltwirtschaftlichen Erholung aus. Die weiterhin sehr expansive Geldpolitik sowie die günstigen Energiepreise sollten die Erholung in den Industrieländern fördern.

Zugleich hob die SNB die Risiken hervor. Besonders die Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung in China habe spürbar zugenommen. Dagegen habe die Einigung auf ein neues Hilfsprogramm für Griechenland die Sorgen um eine Zuspitzung der Schuldenkrise vorerst beruhigt.

Angesichts des weltwirtschaftlichen Wachstums rechnet die SNB auch mit einer allmählichen Belebung der Schweizer Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte. Die Binnennachfrage dürfte die Wirtschaftsentwicklung auch künftig stützen, hiess es.

Bei einer weiteren Verbesserung des internationalen Umfelds und einer abnehmenden Überbewertung des Schweizer Frankens wird laut SNB auch die Exporttätigkeit wieder stärker zum Wachstum beitragen. Für das laufende Jahr rechnet die Nationalbank weiterhin mit einer Zunahme des realen Bruttoinlandprodukts (BIP) von knapp 1 Prozent.

Teuerungsprognose stabil

Die neue bedingte Inflationsprognose hat sich laut SNB gegenüber Juni wenig verändert. Kurzfristig liegt sie vor allem wegen des gesunkenen Ölpreises etwas tiefer als im letzten Quartal. Für das laufende Jahr geht die Prognose um 0,2 Prozentpunkte auf 1,2 Prozent zurück.

UBS-Ökonom rechnet nicht vor 2017 mit einer Zinswende

Für Daniel Kalt, den Chefökonomen Schweiz der Grossbank UBS, ist der Entscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB), die Leitzinsen auf dem bisherigen Stand zu belassen, keine Überraschung. Er geht zudem davon aus, dass die SNB die Negativzinsen sicher noch ein Jahr beibehalten muss.

«Vermutlich kann die SNB erst dann erste Schritte aus den negativen Zinsen machen, wenn sich der Franken weiterhin abschwächt oder mindestens auf dem jetzigem Niveau bleibt», sagte Kalt der Nachrichtenagentur sda. Für einen Schritt weg von den Negativzinsen müsse zudem klar sein, dass sich die Geldpolitik auch in Europa über die Zeit normalisieren könne. Die Ökonomen der UBS glauben daher, dass eine Zinswende nicht vor 2017 absehbar ist.

(SDA)

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