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Grossbritannien will sich mit Geldflut vor Krise schützen

London Im Kampf gegen die zunehmenden Gefahren der Euro-Krise will Grossbritannien sein Bankensystem mit mehr als 100 Milliarden Pfund fluten.

In einer koordinierten Aktion von Regierung und Zentralbank soll die Kreditvergabe angekurbelt werden. Das Land werde in wenigen Wochen ein entsprechendes Programm auflegen, sagte Notenbank-Chef Mervyn King am Donnerstag in einer Rede vor Londoner Bankiers. Die Geldhäuser sollen damit auf eine günstige langfristige Finanzierung zugreifen können und zur Kreditvergabe an Unternehmen und Konsumenten ermutigt werden. Nach Angaben aus dem Finanzministerium könnte allein der Plan der Regierung neue Darlehen in Höhe von schätzungsweise 80 Milliarden Pfund unterstützen. King warnte, die Euro-Schuldenkrise würge die Konjunktur ab. «Die schwarze Wolke hat die Lebenskraft geschwächt», sagte er. «Unternehmen und Haushalte bereiten sich auf die kommenden Stürme vor.» Finanzminister Georg Osborne rief die Länder der Euro-Zone auf, die Krise endlich in den Griff zu bekommen. Grossbritannien müsse sich nun selbst schützen. «Wir sind nicht machtlos im Angesicht des Schuldensturms der Euro-Zone», sagte er. «Gemeinsam können wir mehr Feuerkraft entfalten, um unsere Wirtschaft gegen die Krise vor unserer Haustür zu verteidigen.» Die Kredite an die Banken sollen mit einer Laufzeit von wahrscheinlich drei bis vier Jahren ausgestattet werden. Die Verzinsung soll unterhalb der derzeitigen Marktzinsen liegen. Die Zentralbank werde zudem ihre Notfall-Liquiditäts-Hilfe aktivieren, die im Dezember geschaffen wurde, sagte King. Gegen die Hinterlegung von Sicherheiten sollen die Banken Kapital für sechs Monate erhalten können. Mit dieser Operation sollen den Finanzinstituten mindestens fünf Milliarden Pfund pro Monat angeboten werden, ergänzte King. Zugleich sagte er, es gebe mehr Argumente für eine geldpolitische Lockerung durch den Aufkauf weiterer Staatsanleihen durch die Notenbank.

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