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Industrie Auftragseingänge in der Schweizer MEM-Industrie brechen ein

Die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM-Industrie) ächzt unter der Euro-Krise.

Die Firmen verzeichneten im ersten Halbjahr 11,1 Prozent weniger Bestellungen. Knapp 70 Prozent der Schweizer MEM-Unternehmen mussten einen Auftragsrückgang hinnehmen. Dieses flächendeckende Phänomen stimme nachdenklich, sagte Swissmem-Direktor, Peter Dietrich, an der Halbjahresmedienkonferenz vom Mittwoch. Und eine Besserung der trüben Lage sei angesichts der Konjunkturprognosen im Hauptexportgebiet EU nicht absehbar. Dennoch sind die MEM-Unternehmen noch erstaunlich widerstandsfähig. Dies sei einerseits der Interventionen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und der Verteidigung der Untergrenze von 1,20 Franken gegenüber dem Euro zu verdanken. Andererseits sei es auch das Resultat der Anstrengungen der einzelnen Betriebe, sagte Dietrich. Die Umsätze stiegen im ersten Halbjahr 2012 leicht um 1,4 Prozent. Allerdings hinken die Erlöse zwei bis drei Quartale hinterher und bereits meldeten knapp 60 Prozent der Firmen negative Umsatzzahlen in den ersten sechs Monaten des Jahres. Um im Geschäft zu bleiben, seien viele Unternehmen gezwungen gewesen, ihre Preise zu senken, hielt Dietrich weiter fest. 2011 betrug der Zerfall der Exportpreise in der Branche bereits 4,1 Prozent. Im ersten Halbjahr dieses Jahres setzte sich der Trend mit einem Minus von 2,3 Prozent fort. Dies führt zwangsläufig zu kleineren Margen in der Branche. Zudem sei die Wahrscheinlichkeit gross, dass die Umsatzentwicklung ins Minus drehen werde. «In sehr vielen Unternehmen ist die Situation nicht gut, ja katastrophal», betonte Swissmem-Präsident Hans Hess und lieferte gleich das passende Bild dazu: «Die Zitrone ist in diesen Firmen nahezu ausgepresst.» Weitere Belastungen ertrage die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie nicht mehr. So warnt Swissmem eindringlich vor neuen Belastungen etwa durch die Umsetzungsmassnahmen in der Energiestrategie 2050 oder vor zusätzlichen Kosten wegen des neuen Gesamtarbeitsvertrages (GAV). Der bisherige läuft noch bis Juni 2013.

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