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IWF - Risiken für den weltweiten Aufschwung werden immer grösser

Berlin/Washington Euro-Schuldenkrise, US-Wachstums- und Finanzprobleme, steigende Inflation: Der IWF sieht für den weltweiten Aufschwung immer grössere Gefahren.

«Die wirtschaftlichen Aktivitäten haben sich zeitweise verlangsamt und die Abwärtsrisiken sind erneut gestiegen», erklärte der Internationale Währungsfonds (IWF) am Freitag in der Aktualisierung seines Weltwirtschaftsausblicks vom April. Für die Weltwirtschaft rechnet der Fonds in diesem Jahr mit einem Plus um 4,3 Prozent. Das ist ein wenig schwächer als bislang vorausgesagt. 2012 werde es mit 4,5 Prozent etwas kräftiger aufwärtsgehen, wobei das Wachstum vor allen von den Schwellenländern komme - etwa von China mit Zuwachsraten von 9,6 Prozent in diesem und 9,5 Prozent im nächsten Jahr. Dennoch nehmen die Sorgen zu, warnt der IWF. Mehrere Sorgenkinder Ein immer gewichtigeres Sorgenkind werden offenbar die USA. Deren aktuelle Konjunkturentwicklung beurteilt der Fonds als «enttäuschend». Entsprechend nahm der IWF seine Prognosen für die grösste Volkswirtschaft der Welt zurück. Sie werde im laufenden Jahr um 2,5 Prozent und im nächsten um 2,7 Prozent wachsen, jeweils rund ein Viertel Prozentpunkt weniger als bislang geschätzt. Aber auch die Staatsfinanzen in den USA gäben zu Befürchtungen Anlass und sorgten damit für Unsicherheiten an den Finanzmärkten. Von mittelfristig nachhaltigen Finanzen könne keine Rede sein. Den USA fehle eine glaubwürdige Reform- und Konsolidierungsstrategie. Auch die Finanzlage Japans sei alles andere als beruhigend. Hier kämen noch die Folgen der jüngsten Natur- und Atomkatastrophe hinzu. Als anhaltendes und sogar wachsendes Grossrisiko sieht der Fonds auch die Schuldenprobleme in einigen Euro-Ländern mit entsprechenden Ansteckungsgefahren. Davon und von den Schwächen in den USA und Japans gingen ernste Gefahren für die gesamte Weltwirtschaft aus. Dies könnte schlimmstenfalls die Finanzierungsbedingungen für Banken und Unternehmen kräftig in Mitleidenschaft ziehen. Dabei ständen die Banken in den meisten Industrieländern ohnehin vor erheblichen Anforderungen bei der Refinanzierung. Letztlich drohten damit auch wieder für das Kreditgeschäft Belastungen. Teuerung wird zum Problem Ganz anders stellten sich die Gefahren in vielen Schwellenländern dar. Hier werden die Anzeichen einer Überhitzung und damit einer weiteren Beschleunigung der Inflation laut IWF immer deutlicher. Die Regierungen in diesen Ländern sollten daher in der Wirtschafts- und Finanzpolitik auf die Bremse treten. Sie sollten das Instrument flexibler Wechselkurse nutzen, um Fehlentwicklungen abzufedern, und gegebenenfalls auch Kapitalkontrollen in solchen Fällen ergreifen, empfahl der IWF. In den Industrieländern, in denen die Inflation weithin noch im Rahmen sei, sollte die Geldpolitik zunächst bei ihrem konjunkturstützenden Ansatz bleiben. Allerdings müssten die Zentralbanken dabei die Teuerung im Auge behalten. Generell könne die Geldpolitik nicht einen Ersatz für ungenügende Reformen im Finanzsektor spielen. In den Industrieländern müsse daher Ernst gemacht werden, Mängel im Finanzsektor zu beheben.

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