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«Kinderwunsch?» – Seltsames Mail für Swiss-Life-Kunden

400 Versicherte erhielten Post von einer Beraterin für Schwangerschaft. Spätestens beim zweitletzten Satz dürften einige stutzig geworden sein.

Swiss Life entschuldigt sich für den Vorfall bei den kontaktierten Frauen (Symbolbild). Foto: iStock
Swiss Life entschuldigt sich für den Vorfall bei den kontaktierten Frauen (Symbolbild). Foto: iStock

«Haben Sie einen Kinderwunsch?» Unter dieser Überschrift erhielten Mitte Dezember rund 400 Kunden von Swiss Life eine Mail, abgeschickt von einer privaten Adresse und unterschrieben von einer Frau, die Schwangerschaftsberatung anbietet. Wer das Mail gelesen hat, dürfte spätestens beim zweitletzten Satz stutzig geworden sein. Da schrieb die Absenderin: «Ich bin neben meiner reduzierten Tätigkeit bei Swiss Life mit einem Onlineprogramm aktiv, das Kinderwunschfrauen während 9 Wochen intensiv in ihrem Kinderwunsch begleitet.»

Wenige Tage später sind die 400 Adressaten nochmals per Mail angeschrieben worden – diesmal von einer Berner Generalagentur von Swiss Life. Darin ist die Rede von einem «bedauerlichen Vorfall», für den man sich «in aller Form (…) entschuldigen» möchte. Wie den betroffenen Kunden ferner versichert wird, ist «die Verwendung Ihrer Adressdaten für private Zwecke (…) Swiss-Life-intern strikte untersagt und stellt einen Verstoss gegen unsere Richtlinien und Vorschriften dar».

Ein «Einzelfall»

Der Lebensversicherer habe das Fehlverhalten der Frau, die mit einem 40-Prozent-Pensum tätig war, «umgehend sanktioniert», sagte Firmensprecher Martin Läderach. Der Mitarbeiterin ist gekündigt worden, verbunden mit einer Freistellung per sofort. Obwohl sie in den letzten sieben Jahren gute Arbeit geleistet habe, habe Swiss Life diese Konsequenzen ziehen müssen.

Die Frau hat sich laut Läderach «über alle Verbotsschranken hinweggesetzt». Sie habe Daten von Swiss Life für private Interessen zweckentfremdet, dies mit dem Arbeitgeber nicht abgesprochen, und sie habe bewusst beziehungsweise mutwillig gehandelt. Ob der Versicherer weitere rechtliche Schritte gegen die Mitarbeiterin unternehmen wird, ist derzeit in Prüfung.

«Die Leute reagieren sehr sensibel auf solche Verstösse.»

Martin Läderach, Firmensprecher

Gemäss dem Sprecher handelt es sich um einen «bedauerlichen Einzelfall». Es sei hier nicht gelungen, den eigenen hohen Anforderungen an den Datenschutz gerecht zu werden. «Die Leute reagieren sehr sensibel auf solche Verstösse», so Läderach, «und das völlig zu Recht.» Gleichzeitig sei es aber kaum möglich – auch mit noch so guten Überprüfungen der Systeme –, vorsätzliches Fehlverhalten eines einzelnen Mitarbeiters oder einer Mitarbeiterin komplett auszuschliessen.

Was also bleibt zu tun? «Wir intensivieren die Schulung unserer Beschäftigten hinsichtlich Regeln und Datenschutzvorgaben, aber auch die damit verbundenen Kontrollen», antwortet der Sprecher. Es gehe darum, das Thema immer wieder anzusprechen und die Mitarbeiter zu grösstmöglicher Vorsicht im Umgang mit Firmen- und insbesondere mit Kundendaten zu sensibilisieren.

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