Schnitte, Brüche und Rückenverletzungen

Jährlich verletzten sich hierzulande rund 24'500 Lernende an ihren Arbeitsplätzen. Dies will die Suva nun ändern. Mit der neuen Kampagne STOPP verfolgt die Unfallversicherung ein ambitioniertes Ziel.

Der STOPP-Ausweis wird von Lernenden und vom Ausbildner unterschrieben: Kampagne der Suva. (Quelle: www.suva.ch)

Der STOPP-Ausweis wird von Lernenden und vom Ausbildner unterschrieben: Kampagne der Suva. (Quelle: www.suva.ch)

Lernende sollen sich getrauen, Stopp zu sagen, wenn sie vor einer gefährlichen Situation stehen. Ein neuartiger Ausweis der Suva will sie darin bestärken. Der Ausweis ist Teil der Präventionskampagne «Sichere Lehrzeit», welche die Suva vorgestellt hat.

Mit der am 1. Juli gestarteten Kampagne will die Suva die hohe Zahl an Unfällen von Lernenden innert zehn Jahren halbieren. Sie spricht die Lernenden direkt an und stärkt auch die Vorgesetzten in ihrer Rolle als Vorbilder.

Jeder Achte verunfallt

Rund 24'500 Lernende verunfallen in der Schweiz pro Jahr im Rahmen der Berufsausübung. In Suva-versicherten Betrieben sind es 19'000 – jeder achte also. Durchschnittlich drei davon enden tödlich, wie die Suva mitteilte.

Um dagegen vorzugehen, stellt sie eine ganze Palette von Informationsmaterial und Einsatzmitteln zur Verfügung. Adressaten sind einerseits die Lernenden selbst, anderseits und vor allem aber auch die Vorgesetzten und Lehrmeister. Diese nehmen in Sachen Ausbildungssicherheit laut Suva eine Schlüsselrolle ein und wirken als Multiplikatoren.

Zu ihrer Unterstützung hat sie sogenannte Starterkits zusammengestellt, berufsspezifische Dokumentenmappen. Darin finden sie alles, womit sie die Lernenden für eine sichere Lehrzeit schulen und sensibilisieren können.

Schutzvorkehrungen anwenden

Viele Unfälle könnten etwa durch konsequente Anwendung von Sicherheitsvorkehrungen vermieden werden. So komme es etwa immer wieder zu Augenverletzungen, wenn keine Schutzbrille getragen werde.

Seit Kampagnenstart am 1. Juli habe sie bereits 40'000 Starterkits an Betriebe verschickt, so die Suva. Der Schutz der Lernenden sei offensichtlich ein Anliegen und die Verfügbarkeit von geeignetem, sofort umsetzbarem Schulungsmaterial ein Bedürfnis.

Sämtliche Einsatzmittel der Präventionskampagne hat die Suva zusammen mit den verschiedensten Partnern aus der Berufsbildung erarbeitet. Wichtiger Teil davon ist der STOPP-Ausweis. Dieser wird bei Lehrbeginn vom Lernenden und vom Ausbildner unterschrieben.

Er soll dem oder der Lernenden den nötigen Rückhalt geben, in gefährlichen Situationen Stopp zu sagen und erst weiterzuarbeiten, wenn die Gefahr behoben ist, so die Suva. Lernende seien noch unerfahren und getrauten sich häufig nicht, von sich aus die Arbeit zu unterbrechen oder zumindest nachzufragen, wenn ihnen etwas gefährlich scheine.

Mehr, aber weniger schwere Unfälle

Insgesamt hält die Suva fest, dass die Zahl der Unfälle von Lernenden zwar höher ist als die erfahrener Berufsleute, dass sie im Allgemeinen aber weniger schwerwiegend sind. Ein Hauptgrund dafür sei sicher das rechtlich verankerte Verbot gefährlicher Arbeit für Jugendliche, schreibt die Suva.

Auffallend sei anderseits, dass Lernende deutlich weniger stolpern als andere Angestellte. Dies hänge sicher mit der allgemeinen körperlichen Fitness der Jugendlichen zusammen.

Am häufigsten verunfallen Lernende bei der Ausübung von berufstypischen Arbeiten – also genau bei den Tätigkeiten, die sie erlernen müssen. Sie werden von Fremdkörpern getroffen (vor allem in den Augen), stechen, schneiden oder schürfen sich.

Gemäss Suva-Statistik treffen die schweren Verletzungen am häufigsten die Hand. Hier gehe es oft um Frakturen oder um schwere Schnittverletzungen mit Folgen bis hin zur Amputation von Fingern. Am zweithäufigsten betroffen von schweren Verletzungen ist der Rücken.

kpn/sda

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