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Ackermann: «Das trifft uns hart»

Nach der Einigung auf ein neues Rettungspaket für Griechenland stieg der Euro gegenüber dem Franken an. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann gab eine erste Einschätzung aus Bankensicht.

Privatsektor schreibt 21 Prozent seiner Athen-Papiere: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann (rechts) besprach sich mit dem luxemburgischen Premier und Vorsitzenden der Euro-Gruppe Jean Claude Juncker bereits am 14. Juli 2011 in Brüssel.
Privatsektor schreibt 21 Prozent seiner Athen-Papiere: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann (rechts) besprach sich mit dem luxemburgischen Premier und Vorsitzenden der Euro-Gruppe Jean Claude Juncker bereits am 14. Juli 2011 in Brüssel.
Keystone
Sind sich einig geworden: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, IWF-Chefin Christine Lagarde und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in Brüssel.
Sind sich einig geworden: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, IWF-Chefin Christine Lagarde und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in Brüssel.
Reuters
Erhofft sich «sehr konstruktive Beratungen»: die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (21. Juli 2011).
Erhofft sich «sehr konstruktive Beratungen»: die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (21. Juli 2011).
Keystone
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Der Privatsektor beteiligt sich nach Angaben von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann mit Abschreibungen von 21 Prozent an der Griechenland-Rettung. Bis 2020 würden Banken und Fonds insgesamt 135 Milliarden Euro beisteuern, sagte Ackermann nach Abschluss des Euro-Sondergipfels in Brüssel dem ZDF. «Das trifft uns hart. Aber wir waren uns sehr bewusst, dass es gerade in Deutschland kaum möglich sein würde, das Paket durchs Parlament zu bringen, ohne dass sich der Privatsektor engagiert.»

Er sei «der felsenfesten Überzeugung», dass die Eurozone nun eine wirklich gute Lösung für Griechenland gefunden habe. Wenn Athen nun seine Hausaufgaben zu Ende führe, werde das Problem überwunden. «Das ist sehr wichtig, denn die grosse Gefahr war immer die Ansteckung an andere Länder», sagte er in dem Interview. «Und die ist meines Erachtens nun stark reduziert.»

Dass die Beteiligung des Privatsektors durch eine Herabstufung Griechenlands durch die Ratingagenturen neue Finanzmarktturbulenzen auslöst, glaubt der Deutsche-Bank-Chef nicht. Die Schuldenlast Athens werde gesenkt, «dass sollten die Ratingagenturen positiv notieren. Ich bin eher überzeugt, dass die Märkte positiv reagieren.»

Euro legt zu

Der Euro hatte heute deutlich an Wert gewonnen. Gegenüber dem Franken stieg der Kurs bis kurz nach 9 Uhr um fast einen Rappen auf 1,1847. Im Verhältnis zum Dollar legte die europäische Gemeinschaftswährung auf einen Kurs von bis zu 1,4423 zu, tendierte im frühen europäischen Handel dann aber wieder etwas niedriger bei 1,4396 Dollar.

Die asiatischen Börsen haben heute positiv auf die Einigung auf ein neues Rettungspaket für Griechenland reagiert. Alle Märkte in der Region legten zu, vor allem der Finanzsektor profitierte von den Nachrichten aus Brüssel.

Der japanische Nikkei-Index stieg um 0,9 Prozent auf 10'096,56 Zähler, der Hongkonger Index Hang Seng legte um 1,7 Prozent auf 22'365,90 Punkte zu und der südkoreanische Kospi-Index notierte nach einem Plus von 0,7 Prozent bei 2160,34.

Märkte vorsichtig optimistisch

Der Durchbruch gab den Märkten bereits gestern Abend Auftrieb: Nachdem erste Einzelheiten für die Griechenland-Rettung durchgesickert waren, legte der Euro zwischenzeitlich um zwei Prozent auf 1,4403 Dollar zu. Später betrug das Plus noch 1,2 Prozent. Bankentitel stiegen. Und die Zinsen für griechische Staatsanleihen brachen um fünf Prozent auf 16,5 Prozent ein.

«Die Einigung auf dem Gipfel überrascht bezüglich ihrer Grösse und ihres Umfangs», schrieb die leitende Wirtschaftsanalystin Marie Diron vom Beratungsunternehmen Ernst & Young in einer ersten Einschätzung. «Die Massnahmen sehen eine signifikante Beteiligung des Privatsektors und eine weitere umfassende Unterstützung aus der EU vor. Alle politisch vermittelbaren Massnahmen wurden getroffen.»

dapd/rub

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