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Angst vor Jobverlust trübt den Konsum

Die Schweizer haben zwischen Juli und Oktober erneut weniger konsumiert als in den Vormonaten. Grund für die Abschwächung sind die schlechten Aussichten auf dem Arbeitsmarkt.

Die Schweizer konsumieren weniger: Der Index der Konsumentenstimmung im Jahresvergleich. (Quelle: Seco)
Die Schweizer konsumieren weniger: Der Index der Konsumentenstimmung im Jahresvergleich. (Quelle: Seco)

Das Konsumklima in der Schweiz hat sich zwischen Juli und Oktober weiter abgeschwächt. Der aus der vierteljährlichen Umfrage berechnete Index erreichte im Oktober 2011 ein Niveau von minus 24 Punkten, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) heute mitteilte.

Die Abschwächung ist auf negativere Konjunkturerwartungen und schlechtere Aussichten für die Arbeitslosigkeit zurückzuführen. Im Juli hatte die Konsumentenstimmung noch einen Wert von minus 17 Punkten gezeigt. Sie verschlechtert sich bereits seit April 2011.

Unsicherheit in Europa

Negativer als noch im Juli sehen die befragten Haushalte die Entwicklung der allgemeinen Wirtschaftslage in den kommenden zwölf Monaten. Dieser Wert sank von minus 22 auf minus 38 Punkte im Oktober.

«Hier schlugen sich vermutlich die grosse Unsicherheit rund um die europäische Schuldenkrise und die fallenden Konjunkturindikatoren der letzten Monate nieder», sagte Bruno Parnisari vom Seco auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Auch in der Schweiz zeigten tatsächlich viele wichtige Indikatoren im dritten Quartal nach unten, nachdem sie im ersten Halbjahr noch positive Entwicklungen ausgewiesen hatten.

Weiter ins Gewicht fiel die pessimistische Einschätzung der Entwicklung bei der Arbeitslosigkeit. Hier stieg die Erwartung höherer Arbeitslosigkeit von plus 54 auf plus 73 Punkte.

Tiefere Preise – mehr Sparmöglichkeiten

Die persönliche finanzielle Lage der letzten zwölf Monate schätzten die Haushalte dagegen als mehr oder weniger gleich ein. Mit minus 10 Punkten war aber auch diese Sicht nicht gerade optimistisch. Bei den persönlichen Sparmöglichkeiten fielen die Erwartungen leicht besser aus.

Den Zeitpunkt für grössere Anschaffungen beurteilten die Haushalte im Oktober als deutlich besser als noch im Juli (plus 12 Punkte nach minus 2). Zudem relativierten die Haushalte ihre Einschätzung der Preisentwicklung sowohl für die vergangenen als auch für die künftigen zwölf Monate nach unten.

In Zukunft erwarten sie weiterhin sinkende Preise. In den vergangenen zwölf Monaten stellten sie eine Verbilligung fest. Damit liegt die Einschätzung der Preisentwicklung deutlich unter dem langfristigen Mittel. In der Beurteilung der Teuerung der vergangenen zwölf Monate ergab sich sogar erstmals seit der Einführung der Konsumentenbefragung 1972 eine Preissenkung.

Das Seco befragt jeweils in den Monaten Januar, April, Juli und Oktober rund 1100 Haushalte.

SDA/wid

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