Zum Hauptinhalt springen

Arbeitslosenquote steigt – Obama zittert

Schlechte Nachrichten für Barack Obama: Die Zahl der Arbeitslosen in den USA ist im Juli auf 8,3 Prozent gestiegen. Es ist lange her, dass ein Präsident bei einer solch hohen Quote wiedergewählt wurde.

Eine Frage, die immer mehr Amerikaner mit Ja beantworten müssen: Schwarzes Brett in einem Arbeitsamt in San Francisco. (Archivbild)
Eine Frage, die immer mehr Amerikaner mit Ja beantworten müssen: Schwarzes Brett in einem Arbeitsamt in San Francisco. (Archivbild)
AFP

Obwohl die Wirtschaft in den USA im Juli mehr Stellen geschafft hat als erwartet, ist die Arbeitslosigkeit gestiegen. Gegenüber dem Vormonat kletterte die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 8,3 Prozent.

Die Beschäftigtenzahl nahm mit 163'000 so stark zu wie seit Februar nicht mehr, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten ein Plus von 100'000 erwartet. Im Juni waren nach revidierten Daten nur 64'000 neue Stellen geschaffen worden.

Neue Jobs nur in der Privatwirtschaft

Allerdings haben sich nach Angaben des Ministeriums auch mehr Menschen für den Arbeitsmarkt zurückgemeldet, wodurch die Arbeitslosigkeit anstieg. Die Quote verharrt nun seit mehr als zwei Jahren über der Marke von acht Prozent - das hat es seit der Grossen Depression in den Dreissiger Jahren nicht mehr gegeben.

Arbeitsplätze wurden ausschliesslich in der Privatwirtschaft geschaffen - insgesamt 172'000. Dagegen fielen im öffentlichen Dienst rund 9000 Jobs weg, weil viele Bundesstaaten und Gemeinden unter Sparzwang stehen. Vor allem Lehrer wurden entlassen.

«Die Wirtschaft wächst zwar, doch reicht das Tempo nicht aus, um die Arbeitslosigkeit zu drücken», kommentierte Stephen Stanley, Chefökonom bei Perpont Securities, die Zahlen. Sein Kollege bei RBC Capital Markets, Tom Porcelli, sagte: «Die Produktivität lässt nach, die Gewinne wachsen langsamer - das ist kein Umfeld, in dem es einen Stellenzuwachs in grösserem Umfang geben kann.»

Obama ist besorgt, Romney stichelt

Die steigende Arbeitslosigkeit ist eine schlechte Nachricht für US-Präsident Barack Obama. Das Weisse Haus reagierte zunächst verhalten auf den neusten Bericht und hob das Plus bei den Beschäftigtenzahlen hervor. Dieses sei ein weiterer Beweis dafür, dass die sich die Wirtschaft erhole.

Obamas Herausforderer Mitt Romney kritisierte den Staatschef dagegen scharf und nannte den Anstieg der Arbeitslosenquote einen schweren «Schlag für die strauchelnden Familien in der Mittelschicht». «Die Mittelschicht in Amerika verdient Besseres», sagte der Republikaner.

Viele Experten gehen angesichts der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit davon aus, dass die US-Notenbank im September eine dritte Runde von Staatsanleihenkäufen einleitet, um auf diesem Weg mehr Geld in die Wirtschaft zu pumpen.

SDA/fko

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch