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Bei Eurokollaps droht Schweiz schwere Rezession

Die Konjunkturforscher von BAK Basel haben zwei Szenarien in Sachen Eurokrise durchgespielt. Sollte die Eurozone auseinanderbrechen, sackt die Schweizer Wirtschaft innert zwei Jahren um gesamthaft acht Prozent ab.

Im am Freitag publizierten Bericht hat BAK Basel in zwei Szenarien (Euroaustritt von Griechenland und Auseinanderbrechen der Eurozone) die möglichen Folgen für die Schweizer Wirtschaft durchgerechnet. Im weniger schwerwiegenden Fall, einem Euroaustritt Griechenlands, käme die Schweiz «recht glimpflich davon».

Die direkten Kosten eines Zahlungsausfalls Griechenlands wären überschaubar, da die Schweizer Exportbranche von der griechischen Entwicklung nur geringfügig tangiert werde, hält BAK Basel in einem Bericht fest. Die Forscher rechnen mit einer bremsenden Wirkung auf die Wirtschaftsleistung von -0,6 Prozent über zwei Jahre gerechnet.

Baldige Abwertung des Frankens bei «Grexit»

Die indirekten Folgen eines Austritts Griechenlands seien weit gewichtiger. So müsse mit einer Verschlechterung der Auftragslage gerechnet werden, da die Wachstumsdelle in der Eurozone die Nachfrage nach Schweizer Gütern bremse.

Bezüglich des Franken-Euro-Kurses käme es zunächst zu einer Verstärkung des Aufwertungsdrucks, so die Forscher. Die Folge davon: Die SNB wäre zu vermehrten Währungsinterventionen gezwungen. Allerdings würde die Untergrenze von 1.20 Franken pro Euro erfolgreich verteidigt. Und: «Unter der Voraussetzung, dass ein Kollaps des internationalen Finanzsystems verhindert werden kann, dürfte der Franken sogar recht bald gegenüber dem Euro ohne Drachme abwerten.»

Drohender Dominoeffekt

Kommt es zu einem Dominoeffekt, welcher alle fünf Krisenländer (Griechenland, Portugal, Irland, Italien und Spanien) zwingt, die Währungsunion zu verlassen, drohe der Schweiz eine schwere Rezession. Diese könne über zwei Jahre anhalten. Gemäss den Berechnungen der Experten würde das Schweizer Bruttoinlandprodukt in dieser Zeit 4 Prozentpunkte tiefer ausfallen.

Der Aussenhandel wäre in diesem Fall besonders betroffen. Die Nachfrage aus den Krisenländern würde massiv einbrechen. Die Ökonomen prophezeien bei einem Zerfall der Eurozone in den ersten beiden Jahren einen kumulierten Exportrückgang von über 10 Prozentpunkten. «Selbst bei günstigen Annahmen wären die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen massiv», hält BAK Basel zusammenfassend fest.

Erholung erst im dritten Jahr danach

Die Forscher rechnen aber auch in diesem schweren Fall damit, dass die Nationalbank die Untergrenze des Euro zum Franken verteidigen kann. «Hinsichtlich des Wechselkurses wird wiederum unterstellt, dass die SNB den Mindestkurs von 1.20 Franken zum Euro verteidigen kann, auch wenn dafür erhebliche Interventionen nötig sein dürften», so im Bericht.

Erholung wäre im Fall eines Auseinanderbrechens des Euro erst im dritten Jahr nach dem Ereignis zu erwarten. «Nach dem schweren Wirtschaftsschock hellen sich die Perspektiven für die Schweizer Wirtschaft im dritten und vierten Jahr nach Ausbruch der Krise zusammen mit der zu erwartenden Erholung in Europa wieder auf.» Trotz dieses «dynamischeren Verlaufs» läge das Niveau der gesamtwirtschaftlichen Leistung im Jahr vier nach dem «Euro-Break-Up» allerdings immer noch um rund 4 Prozent unterhalb des Szenarios ohne «Break-up». Und: «Die gesellschaftliche Dimension dieses unzureichenden Aufholprozesses wird an der zum Ende des Simulationszeitraums immer noch um rund 2 Prozentpunkte höheren Arbeitslosenquote deutlich.»

SDA/cpm

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