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Börsen sacken ab

Der Leitindex der Schweizer Börse schloss heute knapp 1,8 Prozent im Minus. Auch in Frankfurt und New York geht es kräftig abwärts.

Die Kurse an der Schweizer Börse haben heute nach einem knapp gehaltenen Handelsbeginn fast den ganzen Tag über kontinuierlich an Boden verloren und deutlich im negativen Bereich geschlossen. Am Aktienmarkt wurde die weltweit vorherrschende negative Börsenstimmung mit der Berichtssaison zum dritten Quartal begründet, die bisher nicht verlaufen sei wie erhofft.

«Die Marktteilnehmer wollen keine Risiken eingehen», sagte ein Händler gegenüber der Agentur Reuters. Es würden diese Woche viele Quartalsberichte veröffentlicht und mehr als die Hälfte der in den USA veröffentlichten Zwischenbilanzen hätten die Erwartungen der Analysten nicht erfüllt. Die schleppende Umsatzentwicklung habe auch die Sorgen um das weltweite Wirtschaftswachstum wieder angeheizt, hiess es in Händlerkreisen.

Abwärts an den wichtigsten Börsen

Der SMI gab die Mitte Oktober überschrittene Marke von 6'700 Punkten wieder preis. Bis Börsenschluss verlor der Schweizer Leitindex 1,78 Prozent auf 6626,79 Punkte. Der breiter gefasste Swiss Performance Index (SPI) schloss um 1,71 Prozent tiefer auf 6112,81 Punkten.

Im übrigen Europa standen die Leitindizes ebenfalls im roten Bereich. Der britische FTSE 100 lag rund 1,4 Prozent, der deutsche DAX 2,1 und der französische CAC40 2,2 Prozent im Minus. Auch in New York gaben die Kurse nach. Der Dow-Jones-Index verzeichnete gegen 18.30 Uhr MESZ einen Rückgang um 1,7 Prozent.

Verluste durchs Band

Die schärfsten Verluste im SMI/SLI erlitten zyklische Titel wie jene des Personalvermittlers Adecco (-3,4 Prozent), des Technologiekonzerns ABB (-2,9 Prozent) sowie jene des Chemieunternehmens Clariant und des Industriekonzerns Sulzer (beide -2,4 Prozent).

Einen erneuten Rücksetzer erlitten aber auch die Titel des Pharmaunternehmens Actelion (-2,7 Prozent). Die Aktien des Zementherstellers Holcim fielen 2,0 Prozent zurück, obwohl Analystenstudien von CS und HSBC Unterstützung boten. Verluste erlitten die ebenfalls als zyklisch geltenden Schindler-Papiere (- 1,7 Prozent).

Auch die Grossbankentitel büssten Boden ein. Die Aktien der UBS verloren 1,9 Prozent, die Titel der Credit Suisse 1,7 Prozent. Etwas geringer fielen die Verluste bei der Vermögensverwalterin Julius Bär (-1,3 Prozent) aus. Bei den Versicherern gehörten Swiss Life (-2,1 Prozent) zu den starken Verlierern, während Zurich und Bâloise je 1,7 Prozent und Swiss Re noch 1,3 Prozent tiefer schlossen.

Unter den defensiven Titel erlitten die Roche-Genussscheine (-2,0 Prozent) überdurchschnittliche Verluste. Belastet wurden die Titel von einer Meldung, wonach die European Medicines Agency (EMA) gegen das Pharmaunternehmen ein Verfahren um eine mögliche Verletzung der Pharmakovigilanz-Verpflichtungen eingeleitet hat.

Die Titel der Branchenkollegin Novartis, die am Donnerstag ihre Quartalszahlen publizieren wird, schlossen 1,8 Prozent im Minus. Auch die Aktien des Börsen-Schwergewichts Nestlé gaben 1,8 Prozent ab. Etwas geringer fielen die Verluste bei Swisscom (-1,2 Prozent), sowie beim Immobilienunternehmen Swiss Prime Site (-0,7 Prozent) und beim Logistiker Kühne Nagel (-0,6 Prozent) aus.

Syngenta gegen den Trend

Als einziger Bluechip konnten sich die Aktien des Agrochemiekonzerns Syngenta (+0,6 Prozent) nach Quartalszahlen im Plus halten. Der Agrochemiekonzern steigerte den Umsatz im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr zwar nur moderat auf knapp 2,7 Milliarden Dollar, sieht sich dank der gut angelaufenen Anbausaison in Lateinamerika im gesamten Jahr aber auf Kurs zu rekordhohen Verkaufserlösen.

Ausserdem stellte der Weltmarktführer einen deutlichen Anstieg des Gewinns je Aktie in Aussicht. Analysten hatten im Schnitt mit 2,79 Milliarden Dollar Quartalsumsatz gerechnet. «Wir haben den negativen Währungseinfluss etwas unterschätzt», sagte ein Händler.

sda/Reuters/rub

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