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Chrysler kommt wieder ohne staatliche Hilfe aus

Die US-Regierung hat ihre Investitionen in den Autobauer Chrysler beendet. Fiat hat die verbliebenen staatlichen Anteile übernommen. Damit entsteht ein neuer Branchenriese.

Gehört neu zu Fiat: Ein Chrysler-Werk in Toledo, im US-Bundesstaat Ohio.
Gehört neu zu Fiat: Ein Chrysler-Werk in Toledo, im US-Bundesstaat Ohio.
Keystone

Die Italiener halten nun 53,5 Prozent an Chrysler und sind auf dem besten Weg, einen neuen, weltweit vertretenen Autokonzern zu schmieden. Gemäss eigenen Angaben will Fiat den Anteil bis Jahresende auf 58,5 Prozent erhöhen. Damit können die Italiener auch eine Mehrheit der Mitglieder im Verwaltungsrat bestimmen.

Chrysler ist mit seinen Pick-up-Trucks und Geländewagen auf dem nordamerikanischen Markt stark, Fiat punktet mit seiner Kleinwagen-Technik in Europa und Lateinamerika. Gemeinsam wollen sie gegen Branchenriesen wie Toyota oder VW bestehen. Zu den Unternehmen gehören Automarken wie Jeep, Dodge, Alfa Romeo oder Lancia.

Die Regierungen der USA und Kanadas hatten Chrysler in der schweren Branchenkrise des Jahres 2009 vor dem Bankrott gerettet. Fiat ergriff damals die Chance und bot seine Hilfe bei den Bemühungen an, Chrysler wieder auf Vordermann zu bringen. Fiat-Chef Sergio Marchionne wurde Kopf beider Unternehmen und half Chrysler mit italienischem Know-how bei der Entwicklung neuer Wagen. Im Gegenzug bekam Fiat nach und nach immer mehr Anteile.

Gesundheitsfonds als einzig verbliebener Mitaktionär

Für die jetzt übernommenen Anteile musste Fiat aber in bar zahlen: Der restliche Sechs-Prozent-Anteil der USA kostete die Italiener 500 Millionen US-Dollar, für den 1,5-Prozent-Anteil Kanadas flossen 125 Millionen US-Dollar, wie Chrysler mitteilte. Der einzige verbliebene Mitaktionär ist nun der Gesundheitsfonds der Autogewerkschaft UAW.

Fiat hat sich das Recht gesichert, auch die Fondsanteile zu übernehmen. Die Gewerkschaft ist auf das Geld angewiesen, um die medizinische Versorgung ihrer Mitglieder zu sichern. Ursprünglich war geplant, die UAW-Anteile an die Börse zu bringen. Doch mittlerweile kristallisiert sich heraus, dass die Italiener der Gewerkschaft ihre Beteiligung lieber abkaufen wollen, um die zwei Autofirmen unter einem Dach zu vereinen.

SDA/jak

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