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«Da merkt man: In dieser Stadt ist Geld vorhanden»

Die Preise für Wohneigentum in Zürich haben sich in zehn Jahren verdoppelt. Kein Wunder, sagt einer, der vor wenigen Monaten seine Wohnung verkaufte – die Interessenten schaukeln sich gegenseitig hoch.

Als sie vor wenigen Monaten wieder einmal in Immobilienportalen nach einer Eigentumswohnung suchte, staunte Susanne Wanner* nicht schlecht. Da war eine Wohnung ausgeschrieben, die sie vor zwölf Jahren besichtigt, damals aber nicht gekauft hatte. Die Wohnung interessierte sie nach wie vor, aber an die Besichtigung ging die 45-jährige Psychoanalytikerin diesmal nicht. Damals, 1999, war sie für 950'000 Franken ausgeschrieben. Jetzt sollte sie 2,2 Millionen Franken kosten. Das überstieg ihre finanziellen Möglichkeiten um mehrere hunderttausend Franken.

Die Wohnung zum Verkauf ausgeschrieben hat der Musiker Daniel Gisler*. Als er in diesem Sommer eine Reihe von Kaufinteressenten durch seine grosszügige Eigentumswohnung führte, erlebte er etwas Überraschendes. Keiner fragte nach, ob man beim Preis vielleicht noch etwas runtergehen könne. Im Gegenteil: Fast jeder wollte wissen, ob er, Gisler, einen Bieterwettbewerb veranstalte – also Offerten vonseiten der Interessenten erwarte. «Das hat mich sehr überrascht», sagt Gisler. 2,2 Millionen Franken sind schliesslich ein stolzer Preis. «Wenn sich da sofort ein gutes Dutzend Leute meldet, die das ohne Zögern bezahlen würden – da merkt man schon: in dieser Stadt ist Geld vorhanden», sagt Gisler.

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