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«Das Verhältnis zur EU ist das grösste Risiko»

Steigende Arbeitslosigkeit, Durchsetzungsinitiative und eine turbulente Weltwirtschaft: Welche Unsicherheiten der Chefökonom von BAK Basel auf die Schweiz zukommen sieht.

Die Ungewissheit über das künftige Verhältnis zur EU bezeichnet BAK-Basel-Ökonom Martin Eichler als eines der grössten Prognoserisiken bei der Einschätzung der Konjunktur.
Die Ungewissheit über das künftige Verhältnis zur EU bezeichnet BAK-Basel-Ökonom Martin Eichler als eines der grössten Prognoserisiken bei der Einschätzung der Konjunktur.
Keystone

Die Arbeitslosigkeit ist im Dezember steil auf 3,7% angestiegen – überrascht? Positiv überrascht. Besonders bei der saisonbereinigten Arbeitslosenquote hatten wir mit einem leicht stärkeren Anstieg gerechnet. Das nun vorliegende Ergebnis von 3,4 Prozent, zeigt, dass es keinen Grund gibt, viel Schlimmeres zu befürchten. Konkret, was heisst das für die kommenden Monate? Entspannung, oder müssen sich die Arbeitnehmenden dennoch auf härtere Zeiten einstellen? Sagen wir es so: Es ist eine Verbesserung, aber keine Entspannung. Die Arbeitslosigkeit wird in den nächsten Monaten weiter moderat ansteigen. Und zwar bis über die Jahresmitte hinaus. Im dritten Quartal wird die Arbeitslosenquote saisonbereinigt 3,7 Prozent erreichen – und dann kommt die Trendwende. Welche Treiber stehen hinter dieser Entwicklung? Im Zentrum steht weiterhin die Frankenstärke, die auf die konjunkturelle Entwicklung drückt. Die Unternehmen haben nun auf der Basis der Währungssituation ihre Investitionspläne gemacht und werden sich stärker zurückhalten. Das wirkt sich negativ auf die Schaffung neuer Stellen aus. In welchen Branchen wird der Druck über die nächsten Monate besonders zunehmen? Die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM), generell Investitionsgüter, zudem die Tourismusindustrie und darin vor allem die Hotellerie, insbesondere in den klassischen Tourismusgebieten, wie auch die Bergbahnen. Ebenfalls ansteigen dürfte der Druck in der Uhrenindustrie. Die Exportvolumen sind erstmals wieder rückläufig. Und in der Bauwirtschaft? Der grosse Bauboom ist vorbei, hier wird es eine Korrektur geben. Wir gehen davon aus, dass die Bauinvestitionen im nächsten Jahr 0,8 Prozent zurückgehen werden.

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