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Die positiven Folgen des Krimkriegs

Die Niederlage Russlands im Krimkrieg von 1853-56 half der Industrialisierung des Landes auf die Sprünge.

Von Tobias Straumann (publiziert am Fri, 21 Mar 2014 15:34:23 +0000)

Ähnlich wie die Eidgenossenschaft im 16. Jahrhundert hat Russland im 19. Jahrhundert eine militärische Niederlage erlitten, die positive ökonomische Folgen hatte. Die Rede ist vom Krimkrieg (1853-56), den Russland gegen die vereinigte Macht des Osmanischen Reiches, Grossbritanniens und Frankreichs verlor.

Es ging darum, ob konnte. Die entscheidende Schlacht war die Belagerung Sebastopols durch die westlichen Mächte. Im September 1855 mussten die russischen Truppen die Stadt räumen.

Der Krieg war kostspielig, denn es gab bereits erste Ansätze zu einer Industrialisierung der Kriegstechnologie, die dann im Ersten Weltkrieg zu den Millionen von Toten führen sollte. Der Krimkrieg gilt auch als erster Stellungskrieg der Geschichte.

Der Krieg hatte zunächst nur eine negative Wirkung. Russland musste grosse Verluste verkraften. Die Niederlage brachte auch politische Spannungen.

In einem zweiten Schritt aber löste er etwas Positives aus. Die Kriegsniederlage hatte dem russischen Militär nämlich klar vor Augen geführt, dass es eine um in einem künftigen Krieg mit dem Westen mithalten zu können. Das bedeutete, dass man vom Staat aus Anstrengungen unternehmen musste, um die Wirtschaft voranzubringen.

Das bedeutete ferner, dass Russland vor allem die Landwirtschaft modernisieren musste. So schaffte man 1861 die Leibeigenschaft ab, um die Mobilität der Arbeitskräfte zu fördern und den Boden handelbar zu machen. Es war übrigens das gleiche Jahr, in dem die Sklaverei in den USA verboten wurde (was den Bürgerkrieg von 1861 bis 1865 auslöste).

Der Impuls, der von den russischen Offizieren ausging, wirkte. Die russische Wirtschaft begann ab den 1860er Jahren schneller zu wachsen. Der Abstand zum Westen verschwand zwar nicht, aber

Die folgende Tabelle zeigt diese beiden Tatsachen (Quelle). Sie muss folgendermassen gelesen werden: Der Wert von 100 entspricht dem Niveau Grossbritanniens im Jahr 1900. So war also der Pro-Kopf-Industrialisierungsgrad Russlands im Jahr 1900 bei 15 Prozent des britischen Niveaus. Zwischen 1900 und 1913 nahm er um ein Drittel zu (von 15 auf 20).

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