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Dollar statt Euro – SNB schichtet Devisenreserven um

Die Schweizerische Nationalbank hält nur noch knapp die Hälfte der Devisenreserven in Euro. Sie weist für die ersten drei Quartale 2012 einen Gewinn von 16,9 Milliarden Franken aus.

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Mehr als 10 Milliarden Franken Aufwertungsgewinn auf den Fremdwährungspositionen: Das Gebäude der Schweizerischen Nationalbank in Bern. (16. Juli 2012)
Mehr als 10 Milliarden Franken Aufwertungsgewinn auf den Fremdwährungspositionen: Das Gebäude der Schweizerischen Nationalbank in Bern. (16. Juli 2012)
Keystone

Fast 17 Milliarden Franken Buchgewinne erzielte die Nationalbank (SNB) von Januar bis September. In der Vorjahresperiode waren es 5,8 Milliarden Franken gewesen. Im Moment spielen der SNB viele Faktoren in die Hände, solange sie den Euromindestkurs durchsetzen kann.

Als Folge der Interventionen gegen die Überbewertung des Frankens haben die Devisenanlagen nochmals deutlich zugenommen. Die gesamte Bilanzsumme schwoll per Ende September auf rekordhohe 509 Milliarden Franken an. Das sind 158 Milliarden Franken mehr als Ende 2011, wie die SNB am Mittwoch mitteilte.

Die Devisenanlagen weiteten sich um 172 Milliarden auf 429,9 Milliarden Franken aus. Die Anlagen in Euro betrugen 174 Milliarden Euro, was zum Kurs von rund 1,21 Franken umgerechnet 210,6 Milliarden Franken entspricht.

Euro-Anlagen reduziert

Der Anteil der Euro-Anlagen an den gesamten Devisenanlagen sank von 60,1 Prozent im zweiten Quartal auf 49,0 Prozent und damit auch leicht unter die 50,5 Prozent des ersten Quartals.

Die SNB schichtete ihr Portefeuille um: Die Euro-Anlagen haben seit Ende Juni um 8,5 Milliarden Euro abgenommen. Gestiegen sind dagegen die Anlagen in US-Dollar, japanischen Yen, britischen Pfund, kanadischen Dollar und einigen anderen Währungen. Im zweiten Quartal noch hatten die griechische Krise und die Bankenprobleme in Spanien die SNB zu umfangreichen Eurokäufen gedrängt.

Zuletzt hat sich die Situation etwas entschärft: Seit sich die Europäische Zentralbank (EZB) Anfang September zu unbeschränkten Käufen von Staatsanleihen notleidender Euroländer bereit erklärt hat, notiert der Euro bei 1,21 Franken und damit über dem Mindestkurs. Am Mittwochmorgen gab der Euro leicht von 1,2085 auf 1,2078 Franken nach.

Hohe Gewinne auf Fremdwährungen

Im September sind die Devisenanlagen, wie bereits bekannt, noch um 8,5 Milliarden Franken gestiegen. Dies ergab einen Zuwachs um 64,9 Milliarden Franken im dritten Quartal. Dazu trugen neben Käufen auch die Erfolge auf den Fremdwährungspositionen zu.

Konkret erzielte die SNB auf ihren Fremdwährungspositionen von Januar bis September Zins- und Dividendenerträge von 4,9 Milliarden Franken. Hinzu kamen Kursgewinne von 2,6 Milliarden Franken auf den Obligationen und Zinsinstrumenten wegen gesunkener Zinsen, und die Aktien legten in einem günstigen Börsenumfeld um 3,2 Milliarden Franken zu.

Der gesamte Erfolg auf Fremdwährungspositionen erreichte damit rund 10,3 Milliarden Franken. In der Vorjahresperiode waren es bloss 322 Millionen Franken gewesen.

Zudem verzeichnete die SNB auf ihrem mengenmässig unveränderten Goldbestand einen weiteren Bewertungsgewinn von 6,2 Milliarden Franken. Der Stabilisierungsfonds für die Grossbank UBS steuerte 266 Millionen Franken zum SNB-Gewinn bei. Sein Gesamtrisiko für die SNB konnte weiter von 8,5 Milliarden auf 6,2 Milliarden Franken reduziert werden.

Gewinnausschüttung

Ihre Gewinne muss die SNB unter Bedingungen teils an Bund und Kantone ausschütten: Vereinbarungsgemäss erhalten Bund und Kantone 1 Milliarden Franken pro Jahr, sofern die Ausschüttungsreserve danach nicht negativ würde. Per Ende September sind 3,8 Milliarden Franken im Topf.

Bei über 10 Milliarden Franken (nach Gewinnverwendung) ist die Ausschüttung zu erhöhen. Dafür ist es aber noch zu früh: Die SNB weist immer wieder darauf hin, dass ihr Ergebnis überwiegend von der Entwicklung der Gold-, Devisen- und Kapitalmärkte abhängt.

(SDA)

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