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Erdogans Triple-B wankt

Ist der Sieg Recep Tayyip Erdogans gut für die türkische Wirtschaft? Bei der Ratingagentur Fitch rümpft man die Nase – und gibt Gründe an.

Die Stabilität dieser Währung steht für die Stärke der türkischen Wirtschaft: Ein Bankangestellter hält ein Bündel türkische Lira in der Hand.
Die Stabilität dieser Währung steht für die Stärke der türkischen Wirtschaft: Ein Bankangestellter hält ein Bündel türkische Lira in der Hand.
Reuters

Die Ratingagentur Fitch sieht nach dem Sieg Erdogans bei der Präsidentschaftswahl wirtschaftliche Gefahren für die Türkei. Veränderungen im politischen Umfeld könnten auch die Stimmung der Investoren eintrüben, erklärte Fitch am Montag.

Ein Grund dafür könnte Erdogans Vorhaben sein, das Amt des Präsidenten mit neuen Befugnissen auszustatten. Bislang hatte der türkische Präsident eher repräsentative Aufgaben.

Verweis auf Proteste im letzten Jahr

Die Bonitätsnote der Türkei, die mit BBB– gerade noch eine gute Kreditqualität signalisiert, tastete Fitch nicht an. Die Agentur warnte jedoch vor einer Herabstufung.

Die durch den Sieg hergestellte Kontinuität bedeute nicht, dass damit auch politische und soziale Unruhen ausgeräumt seien. Das hätten die Proteste von Regierungsgegnern im vergangenen Jahr sowie der Korruptionsskandal um Erdogan gezeigt, hält Fitch fest.

Auch bliebe der Druck auf die Zentralbank des Landes hoch, die Zinsen zu senken. Sollte die Notenbank den Forderungen Erdogans nachgeben, könnte dies die ohnehin dürftige Glaubwürdigkeit der Währungshüter weiter belasten.

Leitzins auf 10 Prozent angehoben

Die Notenbank des Schwellenlandes hatte sich Ende Januar mit einer kräftigen geldpolitischen Straffung gegen den Kursverfall der heimischen Währung Lira gestemmt. Sie hob den Leitzins damals von 4,5 auf 10,0 Prozent an. Seither hat sie ihn in mehreren Schritten auf nun 8,25 Prozent gesenkt. Mit 9,32 Prozent liegt die Inflationsrate aber derzeit weit höher, als den Notenbankern lieb sein kann.

Die Istanbuler Börse und die Landeswährung Lira erhielten am Montag unmittelbar nach der Präsidentenwahl zwar Auftrieb, dieser verpuffte allerdings bald. Der Leitindex stieg im frühen Handel um bis zu 1,6 Prozent, lag Anfang Nachmittag aber über 1 Prozent im Minus. Die türkische Währung kletterte zeitweise auf ein Zwei-Wochen-Hoch, konnte die Anfangsgewinne aber ebenfalls nicht halten.

SDA/cpm

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