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EZB warnt vor «scharfer» Börsen-Korrektur

Ob SMI, Dow Jones oder Dax: Die Börsenindizes eilen von Rekord zu Rekord. Und nicht nur bei den Aktien würden sich Spekulationsblasen aufbauen, so die Euro-Währungshüter.

Die Suche der Investoren nach Rendite könnte die «Möglichkeit eines scharfen und ungeordneten Abbaus der jüngsten Kapitalflüsse» auslösen, hiess es im am Mittwoch veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht der Notenbank.

Die zuletzt in vielen Ländern erreichten Höchststände der Börsenindizes alarmierten die Währungshüter. So liegt der Schweizer Leitindex SMI bereits wieder bei über 8700 Punkten und nähert sich damit dem Höchstwert von Anfang Juni 2007 als er bei knapp über 9500 Punkten stand. Am deutschen Aktienmarkt liegt der Dax nur noch knapp unter der 10'000er-Marke.

Experten sprachen zudem von grösseren Spekulationsblasen an den Anleihemärkten. Dass die Investoren auf der Jagd nach Gewinnen Geld in eher spekulative Märkte pumpen, geht aber auch auf die niedrigen Zinsen der Notenbanken zurück.

Die EZB selbst steht kurz vor einer weiteren Zinssenkung Anfang Juni, eventuell gekoppelt mit einer zusätzlichen Geldspritze. Nach Ansicht von Fachleuten besteht deshalb die Gefahr, dass die Finanzmärkte überhitzen.

Trügerische Stabilität?

Abgesehen von den davon ausgehenden Risiken sieht die EZB das Finanzsystem in der Euro-Zone in einer guten Verfassung - zumindest im Vergleich mit den Krisenjahren. Zu dieser Einschätzung kamen die Notenbanker bereits in ihrem letzten Finanzstabilitätsbericht.

Vor allem die grossen Banken seien dabei ihre Bilanzen zu stärken - nicht zuletzt wegen der laufenden umfangreichen Überprüfung des Sektors durch die EZB, die ab November die Bankenaufsicht in den 18 Euro-Ländern übernimmt.

Besorgnis äusserten die Währungshüter jedoch über die nach wie vor geringe Profitabilität vieler Banken. Auch fänden sich in den Bilanzen der Geldhäuser immer noch zu viele faule Kredite. «Bislang scheint hier der Wendepunkt noch nicht erreicht», hiess es.

Zudem hätten mehr als die Hälfte aller Grossbanken in der Euro-Zone im zweiten Halbjahr 2013 Verluste geschrieben. Wegen der unsicheren konjunkturellen Perspektiven bestehe darüber hinaus ein «signifikantes Risiko, dass sich die Kreditqualität weiter verschlechtert».

Gefahren für den Bankensektor gingen ausserdem von der nach wie vor engen Verflechtung der Institute mit den Staaten aus. Sollte es zu dem befürchteten Crash an den Märkten und im Zuge dessen zu einem kräftigeren Anstieg der Renditen für Staatsanleihen kommen, bedeute dies nicht nur Belastungen für die Regierungen, sondern auch Verluste für die Institute, hiess es in dem Bericht. Deshalb sei es wichtig, die Aufsicht über die Banken zu stärken. Dies gelte auch für den wachsenden Schattenbankensektor und die Derivatemärkte.

SDA/cpm

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