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Griechenland besorgt sich 1,6 Milliarden Euro

Athen hat sich mit dem Verkauf von Anleihen eine kleine Summe Geld verschafft. Experten vermuten lediglich ein Austesten der Märkte. Gleichzeitig drohen die Gewerkschaften mit Massenstreiks.

Wollen die Arbeit niederlegen: Staatsangestellte demonstrieren in Athen. (20. September 2011)
Wollen die Arbeit niederlegen: Staatsangestellte demonstrieren in Athen. (20. September 2011)
Reuters

Das von einer Staatspleite bedrohte Griechenland hat sich am Dienstag frisches Geld am Kapitalmarkt besorgt. Wie die griechische Schuldenverwaltung mitteilte, gab das Land Staatsanleihen mit einer Laufzeit von drei Monaten im Wert von 1,625 Milliarden Euro aus. Für die Drei-Monats-Anleihen verlangten die Geldgeber Zinsen in Höhe von 4,56 Prozent, ein Satz, der nur minimal über den im August erreichten 4,5 Prozent lag. Da Griechenland seit dem Frühjahr 2010 keine langfristigen Anleihen mehr auflegen darf, kann das hochverschuldete Land lediglich Anleihen von einer drei- bis sechsmonatigen Laufzeit ausgeben. Die Käufer dieser Papiere gehen damit kein Risiko ein, da diese durch den internationalen Rettungsschirm gedeckt sind.

Um der Staatspleite zu entgehen, ist Griechenland auf Hilfsgeld des Internationalen Währungsfonds, der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB) angewiesen. Vor der Freigabe der nächsten Tranche muss jedoch eine Experten-Troika Athens Fortschritte bei den Spar- und Reformmassnahmen bewerten. Darüber will Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos am Dienstagabend erneut mit den Vertretern der wichtigsten Gläubiger sprechen. Da die Spar- und Reformbemühungen nur schleppend vorankommen, wird immer wieder auch über einen Ausschluss Griechenlands aus der Eurozone spekuliert.

Gewerkschaften drohen mit Massenstreiks

Derweil drohen Gewerkschafter in Griechenland im Kampf gegen die befürchtete Entlassungswelle im Staatssektor mit neuen Massenstreiks. Die Gewerkschaft der Staatsbediensteten (ADEDY) kündigte einen landesweiten Streik für den 6. Oktober an. Zudem sollen die Mitglieder täglich für mehrere Stunden die Arbeit niederlegen. Die Staatsbediensteten fürchten, dass fast jeder fünfte beim Staat Arbeitende bis 2015 entlassen werden soll.

Im Staatssektor arbeiten nach letzten offiziellen Angaben über 700'000 Personen. Hinzu kommen rund 200'000 Mitarbeitende in staatlichen Unternehmen wie dem Fernsehen oder der Elektrizitätsversorgung.

Die Entlassungswelle im Staatssektor ist nach Informationen griechischer Medien eine der Forderungen der Geldgeber Griechenlands. Seit 1911 können Beamte in Griechenland nicht entlassen werden. So steht es in der Verfassung.

SDA/kpn

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