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Hohe Inflation als grösstes Risiko der Untergrenze

Ex-UBS-Chef Oswald Grübel hat mit seiner Forderung, den Euro-Mindestkurs aufzugeben, viel Staub aufgewirbelt. Warum ist die Aufregung derzeit so gross?

1. Ex-UBS-Chef Oswald Grübel hat die Aufhebung des Euro-Franken- Mindestkurses gefordert. Warum hat dies für so viel Aufregung gesorgt? Grübel ist der erste renommierte Schweizer Wirtschaftsführer, der am Tabu der Euro-Franken-Untergrenze rüttelt. Er schreibt, es sei «nur eine Frage der Zeit und der Entwicklung der Eurokrise», dass die Strategie des Mindestkurses aufgegeben werden müsse. Je früher die Nationalbank dies tue, umso besser: «Je länger wir daran festhalten, umso höher wird der Preis, den wir alle dafür bezahlen.» Für seine Aussagen musste Grübel scharfe Kritik einstecken. Economiesuisse-Präsident Gerold Bührer sagte beispielsweise: «Die Verantwortlichen sollten Debatten über Wechselkursziele unterlassen. Damit zieht man die Spekulanten geradezu an.» Bührer meint damit, dass Aussagen wie diejenige von Grübel die Gefahr erhöhen, dass Devisenspekulanten einen Angriff auf die Untergrenze wagen. Dies, weil sie den Eindruck erhalten, dass die Front der Entschlossenheit zur Beibehaltung der Untergrenze bröckelt.

2. Wie viel Politik ist hier im Spiel? Jede Kritik an der Nationalbank hat auch eine politische Komponente. Dies gilt seit der Affäre Hildebrand noch stärker. Die Aufregung um die Aussage von Grübel war umso grösser, weil in der Zeitung «Sonntag» SVP-Nationalrat Christoph Blocher Grübel beipflichtete, indem er sagte, dieser habe «grundsätzlich recht». Blocher wollte sich indes in der Frage des Zeitpunktes nicht aus dem Fenster lehnen und betonte, dass dieser Entscheid bei der Nationalbank liege. Doch bereits vermutet die Linke einen Angriff von der SVP auf die Nationalbank: «Grübel und der Zürcher Professor Martin Janssen sind die neusten U-Boote der SVP. Blocher gibt ihnen Flankenschutz. Gemeinsam wollen sie die Nationalbank sturmreif schiessen», brachte es der ehemalige SP-Präsident Peter Bodenmann im «Blick» auf den Punkt. Allein: Von einer Mitgliedschaft von Grübel bei der SVP ist öffentlich bislang nichts bekannt.

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