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IWF stockt Kreditrahmen massiv auf

Der Internationale Währungsfonds will eine Ausweitung der Euro-Krise auf jeden Fall verhindern. Dazu will er den Krisenfonds um 500 Milliarden Dollar aufstocken – mithilfe der Schwellenländer.

Die Schwellenländer sollens richten: IWF-Chefin Christine Lagarde (l) mit der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff am 1. Dezember 2011.
Die Schwellenländer sollens richten: IWF-Chefin Christine Lagarde (l) mit der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff am 1. Dezember 2011.
AFP

Aus Angst vor einer Ausweitung der Euro- Krise will der Internationale Währungsfonds (IWF) seine finanzielle Schlagkraft um 500 Milliarden Dollar erhöhen. In der Gesamtzahl seien die zugesagten 200 Milliarden Euro der europäischen Staaten bereits enthalten, teilte der IWF heute mit.

Der globale Finanzbedarf des Fonds belaufe sich in den kommenden Jahren auf insgesamt eine Billion Dollar. Der Fonds prüfe derzeit Möglichkeiten der Finanzierung, um die Kreditressourcen aufzustocken, hiess es weiter.

Übergreifen auf Rest der Welt verhindern

Einzelheiten werde der IWF allerdings nicht nennen, bevor die «notwendigen Beratungen mit den Mitgliedern abgeschlossen sind». Bisher hat der Fonds mit Sitz in Washington Mittel in Höhe von 385 Milliarden Dollar zur Verfügung.

IWF-Chefin Christine Lagarde hatte gestern erklärt, viele Exekutivdirektoren des Fonds hielten es für vordringlich, die Krise auf die Euroländer zu begrenzen und ein Übergreifen auf den Rest der Welt zu verhindern.

Die Fachagentur Bloomberg berichtete, der IWF dränge Länder wie China, Brasilien, Russland, Indien und Japan sowie reiche Ölstaaten zu einem Beitrag für die angepeilte Aufstockung. Der IWF will laut den Kreisen ein Ergebnis auf dem Treffen der Finanzminister der G20- Länder am 25. und 26. Februar erreichen.

Kürzlich hatten die EU-Finanzminister beschlossen, dass die Eurostaaten den IWF mit 150 Milliarden Euro an bilateralen Krediten stärken, damit er Krisenländern allgemein unter die Arme greifen kann. Deutschland soll über die Bundesbank 45 Milliarden Euro tragen. Nicht-Eurostaaten sollten 50 Milliarden Euro beisteuern.

USA weigern sich - Russland wartet

Das bisher zögerliche Grossbritannien hatte zuletzt Entgegenkommen signalisiert. Die USA sind hingegen bis zuletzt bei ihrer strikten Ablehnung geblieben. Russland will vor dem Präsidentschaftswahlen im März keine Entscheidung treffen.

Ende vergangenen Jahres hatten die Regierungschefs der G20- Staaten noch eine Aufstockung abgelehnt. In dieser Woche treffen sich Vertreter der Finanzminister der G20-Staaten in Mexiko. Auch hier dürfte das Thema zur Sprache kommen.

Sollte es zu einer Aufstockung kommen, dann dürfte wohl vor allem Italien profitieren. Italien wäre zu gross, um durch die bisher üblichen Programme von EU und IWF abgesichert zu werden. Die Gesamtverschuldung des Landes liegt bei knapp zwei Billionen Euro.

An den Anleihemärkten wurde die Nachricht von den IWF-Plänen positiv aufgenommen. So gingen insbesondere die Risikoaufschläge für italienische Anleihen nach der Meldung zurück.

SDA/kle

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