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Laufende Mietzinsverträge erhöhen sich bis 27 Prozent

Das Immo-Monitoring von Wüest & Partner sagt für nächstes Jahr Mietzinsreduktionen voraus. Für die folgenden Jahre gehen die Studienautoren von einer starken Teuerung aus.

Die Studien-Autoren prognostizieren das Ende der «Schönwetterperiode»: Wohnsiedlung in Dübendorf. (Archivbild)
Die Studien-Autoren prognostizieren das Ende der «Schönwetterperiode»: Wohnsiedlung in Dübendorf. (Archivbild)
Keystone

Der Run auf Schweizer Wohneigentum hat sich 2013 mehrheitlich fortgesetzt. Die Preishausse als Indiz einer möglichen Immobilienblase flacht laut «Immo-Monitoring» ab. Die Autoren der renommierten Studie sagen dagegen mittelfristig stark steigende Mieten voraus.

Nicht nur Neu-Mieter müssen demnach schon bald tiefer in die Taschen greifen: Gemäss den wahrscheinlichsten Szenarien dürften sich die Mieten in laufenden Verträgen bis ins Jahr 2020 um bis zu 27 Prozent verteuern, schreibt das Beratungsunternehmen Wüest & Partner in dem heute publizierten «Immo-Monitoring».

Das Ende der «Schönwetterperiode»

Hauptgründe seien weder die Einwanderung noch renditegierige Vermieter. Vielmehr dürfte laut der Studie die Inflation anziehen und beim Referenzzinssatz der Talboden erreicht sein. Die «Schönwetterperiode» neige sich dem Ende zu.

Wüest & Partner hält einen Anstieg des Referenzzinssatzes von heute 2 Prozent auf 4 Prozent Ende 2020 für am wahrscheinlichsten. Dies würde vor allem dort durchschlagen, wo Mieter von Senkungen des Referenzzinses Gebrauch machen konnten.

Steigt der Referenzzins nur auf 3 Prozent, dürften die Mieten um bis zu 13 Prozent aufschlagen. Bei 5 Prozent betrüge der Aufschlag bis zu 41 Prozent. Hinzu kommen höhere Nebenkosten.

Besser zuteilen

Der Forderung nach dem Bau von preisgünstigen Wohnungen halten die Experten entgegen, dass es für ein ausreichendes Angebot viele Jahrzehnte dauern würde. Effizienter sei es, Anreizsysteme einzuführen, damit die Wohnungen intensiver und «adressatengerecht» genutzt werden.

Auch die wirtschaftsliberale Avenir Suisse hat schon kritisiert, dass viele eingesessene Mieter zu billig wohnten und so die Unterbelegung gefördert werde.

Laut Wüest & Partner mangelt es grundsätzlich nicht an bezahlbarem Wohnraum, sondern an Wohnungen mit einem Mietzins, die bezüglich Fläche, Standard und vor allem Standort mit der Nachfrage übereinstimmen.

Für nächstes Jahr können die Mieter aber erst einmal auf eine Mietpreissenkung pochen. Denn das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) senkte den Referenzzins Anfang September um 0,25 Prozentpunkte. Damit liegt laut «Immo-Monitoring» bei bestehenden Verträgen ab Anfang 2014 eine Senkung von 2,91 Prozent drin.

Wiederum höhere Preise für Neumieter und Käufer

Bei den inserierten Wohnungen dürfte der Preisanstieg 2014 weiter gehen. Wüest & Partner rechnet wegen anhaltend reger Nachfrage mit einem Plus von durchschnittlich 1,7 Prozent. In einzelnen Gemeinden stagnierten die Preise; vor allem in Gemeinden mit vielen Luxusimmobilien, in Tourismusgebieten und in äusseren Agglomerationsgürteln.

Beim Wohneigentum flaut die Preishausse ab. Eigentumswohnungen dürften sich demnach um 1,2 Prozent verteuern, wobei die Neubautätigkeit und das expansive Angebot bremsen. Die Preise für Einfamilienhäuser steigen laut der Studie um 2,2 Prozent. Hier schränken der Mangel an Baulandreserven und hohe Baulandpreise das Angebot ein.

Grosse Nachfrage dank «rosiger Wirtschaftsaussichten»

Hintergrund für die rege Nachfrage seien die «rosigen Wirtschaftsaussichten» mit der erwarteten Zunahme des Bruttoinlandproduktes um 2,3 Prozent, was steigende Einkommen nach sich ziehe. Auch das Bevölkerungswachstum halte an, mit leichten Veränderungen bei der Herkunft der Einwanderer.

Geteilt ist das Bild bei den Geschäftsflächen: Bei Büros seien Mietpreisabnahmen um 2,2 Prozent zu erwarten, hiess es. Vor allem am Genfersee stehen Büros zum Verkauf. Bei den Verkaufsflächen veranschlagt das «Immo-Monitoring» ein leichtes Plus von durchschnittlich 1,1 Prozent.

SDA/mrs

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