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Märkte schliessen kräftig

Die Schweizer Börse schliesst deutlich im Plus. Dass die EZB den Leitzins nicht senkt, dämpfte die Kurse nur kurz. An der Wall Street wurden der höchsten Tagesgewinn seit Mitte Dezember erzielt.

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Anlegern Freude bereitet. Ein kleinen Dämpfer verspürten diese zwar am Nachmittag, als die Europäische Zentralbank bekannt gab, die Leitzinsen nicht zu senken – anders als es sich wohl viele von ihnen erhofft hatten. Der Swiss Market Index (SMI) legte kurz darauf aber seine europäische Pendants wieder zu und schloss 1,9 Prozent höher auf 5822,63 Punkten. Der breitere SPI legte um den gleichen Prozentsatz zu auf 5429,85 Punkte.

Zu den Gewinnern zählten am Mittwoch zyklische Titel wie Adecco (4,1 Prozent), Logitech (3,8) und ABB (2,5). Tagesgewinner war Transocean mit plus 4,9 Prozent. Die Finanztitel zeigten sich trotz des Downgradings einiger deutscher und österreichischer Banken durch Moody's ebenfalls auf der Gewinnerseite. So legten bei den Banken UBS um 4,2, Julius Bär um 3,6 und Credit Suisse um 3,3 Prozent zu. Bei den Versicherern stach Swiss Life mit plus 3,6 Prozent heraus, Swiss Re legte 3,3, Bâloise 2,6 und Zurich 2,7 Prozent zu. Der Aktienkurs von Roche verbesserte sich um 2,3 Prozent. Novartis schloss 1,1 Prozent im Plus. Beide Konzerne hatten Studiendaten vorgelegt.

Wechsel im SMI

Um 2,5 Prozent zugelegt haben die Aktien der Sanitärherstellerin Geberit, die am 14. Juni in den SMI nachrückt, weil Synthes nach der Übernahme durch Johnson & Johnsohn am 13. Juni zum letzten Mal gehandelt wird.

Im breiten Markt notierte CKW nach Zahlen unverändert, Lem legte 1,3 Prozent zu. Swissmetal sackte um 65 Prozent ab, nachdem sie bekannt gegeben hatte, die Holding wegen hoher Verluste zu liquidieren. Zu den Tagesgewinnern zählte Burckhardt Compression mit plus 8,8 Prozent. Einen Kurssprung zeigte auch Leclanché mit einem Zugewinn von 7,3 Prozent. OC Oerlikon zeigte sich mit einem Plus von 4,1 Prozent nach dem Abschluss eines neuen Kreditvertrages klar auf der Gewinnerseite.

Wall Street schliesst fester

Hoffnungen auf eine schnelle Lösung der Bankenkrise in Spanien haben den US-Börsen Dow Jones und S&P den höchsten Tagesgewinn seit Mitte Dezember beschert. Alle drei Indizes schlossen auf ihrem Tageshoch. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte 2,4 Prozent auf 12.414 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P-500 schloss 2,3 Prozent fester mit 1315 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 2,4 Prozent auf 2844 Stellen.

Die Anleger setzten darauf, dass in Europa mit Hochdruck an einer Rettung der spanischen Banken gearbeitet wird und es damit in der Euro-Schuldenkrise eine Baustelle weniger geben könnte. Die Hoffnung auf Hilfe für die Weltwirtschaft durch Zentralbanken wurde genährt durch Äusserungen des Fed-Präsidenten von Atlanta, Dennis Lockhart.

Fed: US-Wirtschaft gewachsen

Die US-Notenbank könnte ihm zufolge weitere Schritte zur Lockerung der Geldpolitik in Betracht ziehen, falls sich die Wirtschaftslage in den USA verschlechtere oder die Euro- Schuldenkrise zu heftigeren Turbulenzen an den Finanzmärkten führe. EZB-Chef Mario Draghi deutete indes an, dass sich seine Notenbank mit weiteren Hilfen zunächst zurückhalten wollte.

Eher erfreuliche Nachrichten kamen im Handelsverlauf durch den Konjunkturbericht der Fed. In ihrem «Beige Book» hiess es, die US- Wirtschaft sei in den vergangenen beiden Monaten gewachsen und auch der Arbeitsmarkt zeige zumindest sehr leichte Aufwärtstendenz. Zudem gebe es kaum Inflationsdruck.

Facebook legen zu

Die gebeutelten Aktien von Facebook legten 3,6 Prozent zu. Die US- Technologiebörse Nasdaq will Broker für ihre Verluste durch die Technik-Pannen bei dem milliardenschweren Börsengang des weltgrösste sozialen Netzwerks entschädigen.

Morgan-Stanley-Papiere stiegen um 8,4 Prozent. Die US-Grossbank erwägt einem Medienbericht zufolge, einen Anteil ihrer Rohstoff- Sparte zu verkaufen. Goldman Sachs stieg um drei Prozent, JPMorgan 3,4 Prozent und Bank of America um 7,6 Prozent.

Die Papiere von News Corp kletterten 4,3 Prozent. Der Konzern von Rupert Murdoch beendete seine Zusammenarbeit mit Walt Disney im Sportbereich in Asien. Walt Disney legten 1,5 Prozent zu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,86 Milliarden Aktien den Besitzer. 2662 Werte legten zu, 378 gaben nach und 63 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,76 Milliarden Aktien 2089 im Plus, 447 im Minus und 102 unverändert.

SDA/mw

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