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Misstrauische Banken parken ihr Geld bei der EZB

Die Geldinstitute misstrauen sich gegenseitig immer stärker. Das zeigt auch der Rekordanstieg von Bankeinlagen bei der Europäischen Zentralbank.

Ein Kreislauf: Euroskulptur vor der EZB reflektiert sich in einer Wasserpfütze. (5. Januar 2012)
Ein Kreislauf: Euroskulptur vor der EZB reflektiert sich in einer Wasserpfütze. (5. Januar 2012)
AFP

Die «Vorsichtskasse» der Banken bei der Europäischen Zentralbank (EZB) erreicht neue Rekordwerte. Heute kletterte sie zum dritten Mal in Folge auf den höchsten Stand seit Einführung des Euro im Jahr 1999.

Die Einlagen über Nacht lagen bei 481,94 Milliarden Euro, wie die EZB in Frankfurt mitteilte. Am Vortag hatten sie auf 463,57 Milliarden Euro zugelegt. Der starke Anstieg wird als Indiz für das wachsende Misstrauen der Banken untereinander gewertet. Sie trauen sich immer weniger, sich wie sonst üblich gegenseitig Geld zu leihen.

Auch eintägige Ausleihungen steigen

Auch die eintägigen Ausleihungen der Banken bei der EZB spiegeln diese Entwicklung zum Teil wider. Sie stiegen den Angaben zufolge von 1,4 Milliarden Euro auf 1,5 Milliarden Euro. Zum Jahresende 2011 hatten sie mit 17,3 Milliarden Euro den höchsten Stand seit zwei Jahren erreicht.

Normalerweise greifen Banken der Eurozone kaum auf diese sehr kurzfristigen Geschäfte mit der Notenbank zurück, da die Konditionen vergleichsweise ungünstig sind.

Ende 2011 hatte die EZB über einen Dreijahreskredit ein Volumen von fast 500 Milliarden Euro in das Bankensystem der Eurozone gepumpt. Nach Einschätzung von Experten wird ein Grossteil diese Gelder nun dazu genutzt, sie über Nacht bei der EZB zu parken.

SDA/kle

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