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Ramadan-Schnäppchen im Dolder Grand

Arabische Gäste machen sich zurzeit rar in der Schweiz – während des Ramadans bleiben sie zu Hause. Und so können sich manche Luxushotels plötzlich auch Normalverdiener leisten.

Während des Ramadans bleiben arabische Touristen lieber zu Hause: Zwei Musliminnen in Interlaken.
Während des Ramadans bleiben arabische Touristen lieber zu Hause: Zwei Musliminnen in Interlaken.
Béatrice Devènes

Sie residieren am liebsten in Fünfsternehotels und kommen vor allem im Sommer. Wenn die Temperaturen zu Hause unerträglich werden, flüchten reiche arabische Familien gerne in die Schweiz. Doch dieses Jahr fällt der Ramadan mitten in den europäischen Sommer (siehe Box). Luxussuiten in Zürich und Genf bleiben leer. Das Dolder Grand bietet deswegen ein Summer Special, das sich auch Durchschnittsverdiener leisten können.

«Arabische Gäste sind für uns sehr wichtig», sagt Vanessa Flack, Communications Director im Zürcher Dolder Grand. «Im Juni 2011 kamen 26 Prozent unserer Gäste aus dem arabischen Raum.» Die Gäste aus den Golfstaaten geben nicht nur viel Geld aus, sondern mieten meist gleich zehn bis zwanzig Zimmer auf einmal. «Sie bringen ihre ganze Familie mit, von den Kindern bis zur Grossmutter», erzählt Flack. «Doch einen Tag vor Ramadan-Beginn sind auch dieses Jahr fast alle abgereist.»

Abschläge von 30 Prozent

Im Dolder ist man auf arabische Gäste eingestellt und wartet gespannt, ob sie Ende August wiederkommen. Bis es so weit ist, gibt es das Doppelzimmer im Dolder 30 Prozent günstiger. Als Summer in the City Resort kann man sich hoch über der Stadt bis zum 2. September zwei Übernachtungen im Doppelzimmer für 1020 Franken sichern – inklusive Spa-Guthaben, Frühstück im Garten und Late Check-out bis 16 Uhr. Auch in Genf gibt es während des Ramadans in Luxushotels wie dem Metropôle Abschläge von 30 Prozent.

Wer allerdings hofft, auch in den Bergen eine Luxussuite zum Normalpreis zu ergattern, wird enttäuscht. Arabische Gäste sind zwar auch im Kempinski in St. Moritz «eine wichtige Zielgruppe, doch von einem Einbruch wegen des Ramadans kann man hier oben nicht sprechen», sagt Betina Welter vom Kempinski St. Moritz. Man spüre zwar das Ausbleiben von Deutschen und Italienern, «doch dafür kommen mehr Gäste aus Asien», so Welter. Sonderangebote macht das Kempinski deswegen nicht, aber «man kann auch noch kurzfristig buchen».

Keine Ramadan-Lücke in den Bergen

Im Wallis zieht es arabische Gäste in normalen Sommern vor allem nach Crans Montana und Zermatt. Nach Auskunft des Tourismusdirektors Urs Zenhäusern sind diese Destinationen vor allem bei Kuwaitern sehr beliebt. Zahlenmässig spielten sie zwar nicht so eine grosse Rolle, dafür seien sie «sehr wertschöpfungsstark». Weil Gäste generell zurückhaltender sind als vor der Eurokrise, könne man im Wallis in vielen Orten Luxushotels zu günstigen Preisen buchen. Das Ausbleiben der arabischen Gäste aufgrund des Ramadans fällt dabei laut Zenhäusern aber weniger ins Gewicht.

Auch im Luxushotel Grand Resort Bad Ragaz reisst der Ramadan keine Lücke, die das Wellness-Resort zu Schnäppchenangeboten zwingen würde. «Arabische Gäste bleiben während des Ramadans zwar aus, aber wir haben trotzdem Hochsaison», erklärt Mediensprecherin Christina Bärtsch. Überhaupt sei das Grand Resort wegen der zunehmend medizinischen Ausrichtung des Thermal-Zentrums kaum von saisonalen Faktoren abhängig.

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