Reserven der Pensionskassen haben sich 2018 halbiert

Die finanzielle Lage der Pensionskassen hat sich letztes Jahr stark verschlechtert. Vor allem, weil 2018 ein schwaches Anlegejahr war.

Die Verpflichtungen der Schweizer Pensionskassen sind mehr als voll gedeckt. (Symbolbild)

Die Verpflichtungen der Schweizer Pensionskassen sind mehr als voll gedeckt. (Symbolbild)

(Bild: Keystone Ole Spata)

Das schwache Anlagejahr 2018 hat bei Schweizer Pensionskassen deutliche Spuren hinterlassen. Die Reserven, welche die Vorsorgeeinrichtungen in guten Jahren angehäuft haben, haben sich den Berechnungen von Swisscanto zufolge halbiert. Die Verpflichtungen seien allerdings noch immer mehr als voll gedeckt, schreibt die ZKB-Tochter am Donnerstag.

Aufgrund der im vergangenen Jahr erlittenen Anlageverluste hätten sich die Reserven der privatrechtlichen Pensionskassen im Verhältnis zu den eingegangenen Verpflichtungen im Durchschnitt von 14,4 Prozent auf 7,7 Prozent reduziert. Der durchschnittliche Deckungsgrad sei mit 107,7 Prozent aber immer noch solide. Über 90 Prozent weisen dabei eine Deckung der Verpflichtungen von 100 und mehr Prozent aus.

Auch bei den öffentlich-rechtlichen Kassen mit Vollkapitalisierung ging der Deckungsgrad um deutliche 4,4 Prozentpunkte auf 101,5 Prozent zurück, heisst es in der neusten Ausgabe des Pensionskassen-Monitors von Swisscanto weiter. Hier liegen knapp drei Viertel über der 100-Prozent-Marke. Im System der Vollkapitalisierung, dem die privatrechtlichen Einrichtungen zwingend unterstehen, müssen bei Unterdeckung rechtzeitig Sanierungsmassnahmen eingeleitet werden.

Swisscanto stützt sich bei den Angaben im Pensionskassen-Monitor auf Hochrechnungen, die auf den von den Umfrageteilnehmern zu Beginn des Jahres 2018 gewählten Anlagestrategie basieren. An der Umfrage nahmen 535 Vorsorgeeinrichtung mit einem Vermögen von insgesamt 680 Milliarden Franken teil. Entscheidend für die Berechnungen sind die Marktentwicklungen.

Schwaches Anlagejahr

Das Jahr 2018 sei seit der Finanzkrise vor zehn Jahren eines der schwächsten Anlagejahre gewesen, heisst es weiter. Den Schätzungen von Swisscanto zufolge lag die vermögensgewichtete Rendite der Pensionskassen bei -3,53 Prozent und ungewichtet bei -3,08 Prozent.

Dabei hätten mit Ausnahme der Franken-Obligationen ( 0,1%) und der Immobilien Schweiz ( 0,4%) alle Anlageklasse negative Renditen ausgewiesen. Am stärksten rutschten die Renditen in der Anlageklasse der Fund of Hedge Funds (-10,9%) und der Rohstoffe (-10,3%) ab. Aber auch mit Schweizer Aktien und ausländischen Dividendenpapieren (je -8,6%) verloren die Kassen Geld.

Besonders schwach entwickelte sich das vierte Quartal, in dem die Kategorien Aktien Welt und Aktien Schweiz mit Minusständen von 12,3 beziehungsweise 9,1 Prozent besonders stark unter Druck waren. Die von Swisscanto berechnete Gesamtrendite des Schlussquartals belief sich auf -3,56 Prozent.

sep/sda

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