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Schmerzhafter Gewinnrückgang für Schweizer Konzerne

Wechselkursverluste und der starke Franken haben sowohl bei Ascom als auch bei Holcim im ersten Halbjahr 2011 zu getrübten Zahlen geführt. Ascom will nun seine kleinste Division abstossen.

Beim Telekom-Zulieferer Ascom haben Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr 2011 vorab wegen der Frankenstärke abgenommen. Der Konzern will nun die kleinste der drei Divisionen, das Geschäft mit Sicherheitskommunikation, verkaufen. Damit gibt die Gruppe, die seit den 1990er-Jahren stark geschrumpft ist, ein weiteres Geschäft auf. Die zum Verkauf stehende Division Security Communication sei von langfristigen Projekten von Infrastrukturbetreibern, Sicherheitsbehörden und der Armee abhängig, das Geschäft verlaufe volatil und zyklisch, teilte Ascom mit.

So halten sich derzeit viele Regierungen wegen hoher Staatsschulden bei den Armeeausgaben zurück. Auch auf dem Heimmarkt Schweiz seien die Wachstumsmöglichkeiten angesichts des seit Jahren rückläufigen Rüstungsgeschäfts beschränkt. Vom geplanten Verkauf der Division betroffen sind rund 320 Mitarbeitende, davon rund 180 in Bern, wie Ascom-Sprecher Daniel Lack erläuterte. Ein Stellenabbau sei nicht geplant.

Ascom wolle den Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitenden und Kunden weiterhin nachkommen und deren Interessen respektieren. Denkbar sei ein Verkauf der Division in Teilen an mögliche Interessenten aus dem In- und Ausland.

Marktführer im verbleibenden Geschäft

Der von Juhani Anttila präsidierte Verwaltungsrat will Ascom auf die beiden global ausgerichteten Divisionen Wireless Solutions und Network Testing fokussieren. Die Division Network Testing soll weltweiter Marktführer fürs Testen und Optimieren mobiler Netze werden und dabei von den Investitionen in den neuen Mobilfunkstandard LTE profitieren.

Wireless Solutions strebt die internationale Marktführerschaft für besonders Ausfallsichere Kommunikationsprodukte im Gesundheitsgeschäft an. Hier expandierte Ascom auch, zuletzt mit der Übernahme der finnischen Miratel. Weitere Übernahmen würden geprüft, hiess es. Dank einer neu abgeschlossenen Kreditfazilität sei die strategische Flexibilität weiter erhöht worden.

Die Frankenstärke lastete aber im ersten Halbjahr 2011 auf den Ergebnissen. So sank der Umsatz um 10 Prozent auf 253,1 Millionen Franken. Vor Währungseffekten und Devestitionen blieb der Umsatz stabil und lag damit im Rahmen der Prognosen des Unternehmens. Die Profitabilität konnte Ascom weitgehend halten. Die Ebitda-Marge (Anteil des Betriebsgewinnes vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Goodwill-Amortisationen am Umsatz) sank nur leicht von 12,1 Prozent im Vorjahr auf 11,7 Prozent.

Auf dem Reingewinn lasteten hingegen Wechselkursverluste im Finanzergebnis von 6,6 Millionen Fr. und Kosten für die frühzeitige Auflösung eines Bankkredites von 1,4 Millionen Franken. Unter dem Strich halbierte sich deswegen der Reingewinn fast von 17,1 auf 9,0 Millionen Franken.

Zuversicht

Ascom erwartet mit Blick auf den Auftragseingang von 277,1 Millionen Fr. im ersten Halbjahr ein «starkes» zweites Semester. Allerdings blieben die Turbulenzen an den Finanzmärkten ein Unsicherheitsfaktor.

Die Prognose für die Ebitda-Marge im Gesamtjahr erhöhte das Unternehmen von 11,5 bis 12,5 Prozent auf 13 bis 14 Prozent. Die Anleger reagierten wohlwollend: In einem markant schwächeren Gesamtmarkt notierte die Ascom-Aktie am Mittag 0,5 Prozent fester.

Holcim leidet unter starkem Franken

Der Zementkonzern Holcim hat im ersten Halbjahr unter deutlich höheren Energie- und Rohstoffpreisen gelitten. Zudem machte dem Konzern der starke Franken zu schaffen. Der Umsatz sank um 7 Prozent auf 10,143 Milliarden Franken. Der sogenannte betriebliche Ebitda (operativer Gewinn vor Abschreibungen und Amortisationen) sank gar um 19 Prozent auf 1,897 Milliarden Franken, wie der grösste Zementkonzern der Welt bekannt gab. Der Konzerngewinn schrumpfte um 4,2 Prozent auf 586 Millionen Franken.

Holcim habe in den ersten sechs Monaten zwar mehr Zement, Zuschlagstoffe und Transportbeton verkauft. «Der Kostenschub für Energie, Rohmaterialien und Transport konnte jedoch noch nicht in genügendem Ausmass auf die Kunden überwälzt werden», hiess es. Zudem bekam der Konzern den starken Franken zu spüren: In Lokalwährungen hätten eine ganze Reihe Konzerngesellschaften bessere Resultate erwirtschaftet. Der starke Franken habe jedoch diese Erfolge in der Konzernrechnung zunichte gemacht.

Mit diesen Zahlen hat Holcim die Erwartungen der Analysten verfehlt. Diese hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP mit einem Umsatz von 10,272 Milliarden Fr. und einem betrieblichen Ebitda von 2 Milliarden Fr. gerechnet.

SDA/kpn

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