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Schweizer Unternehmen investieren mehr im Ausland

Der starke Franken macht sich weiterhin in der Zahlungsbilanz der Schweiz bemerkbar. Ausländische Anleger ziehen Kapital aus der Schweiz ab.

Verlagerte wegen des starken Frankens einen Teil der Produktion nach Österreich: Eine Angestellte der Weberei Meyer-Mayor bei der Arbeit. (Archivbild)
Verlagerte wegen des starken Frankens einen Teil der Produktion nach Österreich: Eine Angestellte der Weberei Meyer-Mayor bei der Arbeit. (Archivbild)
Keystone

Die Schweiz ist auch im dritten Quartal reicher geworden. So hat sie 23 Milliarden Franken mehr Geld eingenommen als ausgegeben. Im Vorjahresquartal betrug dieser Überschuss 12 Milliarden Franken. Das zeigt die von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) veröffentlichte Leistungsbilanz der Schweiz.

Dafür verantwortlich sind vor allem der Warenhandel und Kapitaleinkommen. So hat die Schweiz im dritten Quartal deutlich mehr für exportierte Güter eingenommen als sie für Importprodukte ausgegeben hat. Der Überschuss beträgt 15 Milliarden Franken gegenüber nur 5 Milliarden Franken im Vorjahresquartal. Ebenso haben inländische Investoren 12 Milliarden Franken mehr Zinsen, Dividenden und Ausschüttungen erhalten, als aus der Schweiz an ausländische Investoren abgeflossen ist.

Mit Goldhandel kompensiert

Grund für den Überschuss im Warenhandel ist der starke Franken. Er hat zusammen mit dem rekordtiefen Ölpreis dafür gesorgt, dass die Ausgaben für Importgüter rückläufig waren. Die Einnahmen aus dem Export dagegen sind fast konstant geblieben. Dies jedoch nur dank dem Goldhandel, der den Rückgang der Warenexporte kompensieren konnte.

Bei den Kapitaleinkommen ist laut der SNB der Grund für den angestiegenen Überschuss vor allem, dass ausländische Investoren auf ihren Investitionen in der Schweiz markant tiefere Erträge erzielt haben. Vermutlich ist dafür ebenfalls der starke Franken verantwortlich. Er hat nämlich die Margen der Schweizer Exportunternehmen einbrechen lassen, womit auch deren Gewinne und Ausschüttungen eingebrochen sind.

Die Frankenstärke hat aber auch den zweiten Teil der Zahlungsbilanz, die Kapitalbilanz, geprägt. Insgesamt hat die Schweiz im dritten Quartal 20 Milliarden Franken mehr Kapital exportiert als importiert. Im Vorjahresquartal betrug dieser Export nur 3 Milliarden Franken. Ausschlaggebend für diesen deutlichen Überschuss ist dabei vor allem ein starkes Ansteigen des Exports von Kapital ins Ausland.

Verlagerung ins kostengünstige Ausland

Dafür ausschlaggebend waren Investitionen von Schweizer Unternehmen im Ausland. So haben sie einerseits in grösserem Umfang Kredite an ihre ausländische Tochterfirmen gewährt, wie die SNB schreibt. Andererseits haben sie im Ausland andere Firmen gekauft. In diesem Fall ist die Erklärung einfach: Inländische Unternehmen verlagern durch Akquisitionen oder durch den Aufbau neuer Produktionswerke ihre Tätigkeiten aus der teuren Schweiz ins kostengünstigere Ausland.

Niederschlag in der Kapitalbilanz findet aber auch die Interventionen der SNB am Devisenmarkt. Weil die Nationalbank Milliarden in ausländische Wertpapiere steckt, um den Franken zu schwächen, sind die Währungsreserven um rund 12 Milliarden Franken angestiegen.

SDA/rre

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