Zum Hauptinhalt springen

Schweizer Wirtschaftsexpertin fürchtet globalen Dominoeffekt

Die in Deutschland tätige Schweizer Wirtschaftsexpertin Beatrice Weder di Mauro warnt vor einer globalen Eskalation der Euro-Schuldenkrise – und sie sagt, wie der Kollaps aufzuhalten wäre.

Dringt auf Schuldenabbau: Beatrice Weder di Mauro hält in der Safran Zunft in Basel einen Vortrag. (21. April 2009)
Dringt auf Schuldenabbau: Beatrice Weder di Mauro hält in der Safran Zunft in Basel einen Vortrag. (21. April 2009)
Keystone

«Die unmittelbare Gefahr liegt in der Eurozone, aber sie kann ausstrahlen auf die ganze Welt», sagte Beatrice Weder di Mauro gegenüber der «Süddeutschen Zeitung» (Artikel online nicht verfügbar). «Ein globaler Rückschlag ist möglich.» Eine Eskalation könne nur aufgehalten werden, wenn die europäischen Regierungen noch konsequenter zum Schuldenabbau übergingen und rasche Reformen einleiteten.

Ein radikaler Abbau der Schulden sei alternativlos, sagte die Wirtschaftsweise in der Montagsausgabe. Jedoch könne sich der Schuldenabbau noch über mehrere Jahrzehnte hinziehen, sagte Weder di Mauro der Zeitung. Angestrebt werde das Ziel, dass alle Euroländer in rund 20 Jahren einen Schuldenstand in Höhe von 60 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung erreichten. Das entspricht den Kriterien des Vertrags von Maastricht.

Drachme gleich allgemeiner Bankrott

Angesichts von Szenarien für einen möglichen Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone warnte die Professorin aber vor einem Zerfall der Währungsunion. Eine Wiedereinführung etwa der Drachme bedeute, dass alle Schulden, die auf Euro lauteten, um ein Vielfaches höher wären und nicht zurückbezahlt werden könnten. «Der Staat, das Bankensystem und weite Teile des Unternehmenssektors wären damit bankrott.»

SDA/rub

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch

Mehr zum thema