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SNB bekräftigt Mindestkurs – Franken zieht an

Die Extremrisiken seien gesunken, so die SNB. Trotzdem wird mit einer deutlichen Abkühlung der Wirtschaft im vierten Quartal gerechnet. Falls nötig, will die Nationalbank weitere Massnahmen ergreifen.

Bunker für das Franken-Réduit: Gebäude der Nationalbank in Bern.
Bunker für das Franken-Réduit: Gebäude der Nationalbank in Bern.
Keystone

Der Eurokurs von 1.20 Franken wird von der Schweizerischen Nationalbank weiter mit aller Kraft verteidigt. Dies teilt die SNB anlässlich ihrer vierteljährlichen Lagebeurteilung mit. Weiter hält sie das Zielband für den Dreimonatslibor weiter bei 0,0 bis 0,25 Prozent. Die Nationalbank führt damit ihren Kurs fort, den sie mit der Einführung der Untergrenze zum Euro im September 2011 eingeschlagen hat. Heute trat das Führungsgremium um SNB-Präsident Thomas Jordan vor die Medien und legte seine Sicht der Dinge dar.

Wie die SNB mitteilt, rechnet sie im laufenden Jahr mit einem schwächeren Preisdruck als zuvor. Die Nationalbank senkt die Inflationsprognose für 2012 von -0,6 auf -0,7 Prozent. Im vierten Quartal rechnen die SNB-Experten mit einer deutlichen Abschwächung des Wachstums. Aufs gesamte Jahr 2012 belässt die SNB allerdings ihre BIP-Wachstumsprognose unverändert bei rund 1 Prozent. 2013 erwartet die Nationalbank ein Wachstum von 1 bis 1,5 Prozent. Auch die Expertengruppe des Seco hatte kürzlich ihren Wachstumsausblick fürs Jahr 2013 um einen Zehntelsprozentpunkt gesenkt.

Devisen in unbeschränkter Höhe

Eine Aufwertung des Frankens würde die Preisstabilität gefährden und hätte schwerwiegende Folgen für die Schweizer Wirtschaft, schreibt die Nationalbank in ihrer Medienmitteilung. Man sei deshalb weiterhin bereit, Devisen in unbeschränkter Höhe zur Verteidigung des Mindestkurses zu kaufen. An der Währungsfront hatte die SNB zuletzt allerdings eine entspannte Phase erlebt. Nachdem die Währungsreserven bis im September auf 429 Milliarden Franken angestiegen waren, gingen sie in den letzten zwei Monaten leicht af 425 Milliarden Franken zurück.

Im Anschluss an die Mitteilung der SNB gab der Euro im Vergleich zum Franken leicht nach. Um 9.45 Uhr notierte die Einheitswährung bei 1.2100 Franken, nachdem sie am Morgen bis auf 1.2130 geklettert war. Für die nächsten drei Jahre rechnet die SNB mit einer Abschwächung des Frankens. Unter diesem Szenario würde die Inflation im Jahr 2013 bei 0,1 Prozent und im Jahr 2014 bei 0,4 Prozent liegen, schreibt die Nationalbank. Die Wahrscheinlichkeit eines Extremszenarios sei durch die Massnahmen der Europäischen Zentralbank zuletzt deutlich reduziert worden.

Der Franken ist beim aktuellen Kurs laut der Nationalbank weiterhin überbewertet. Auch auf dem Hypothekar- und Immobilienmarkt bleibe die Dynamik hoch. Laut der SNB sind die Risiken für die Finanzstabilität dadurch weiter gestiegen. Wenn nötig stehe die Nationalbank bereit, jederzeit weitere Massnahmen zu ergreifen. Zuletzt hatten Beobachter spekuliert, ob die SNB allenfalls Negativzinsen auf Girokonten in Franken einführen könnte. Ähnliche Gebühren hatten zuletzt die UBS und die Credit Suisse eingeführt, was zu einer kurzfristigen Abschwächung des Frankens an den Devisenmärkten geführt hatte.

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