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Standard & Poor's senkt Spaniens Kreditwürdigkeit

Neuer Schlag für Madrid: Nach der Ratingagentur Fitch hat auch Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit herabgestuft. Portugal hat unterdessen weitere drastische Sparmassnahmen angekündigt.

Der Staat geniesst nicht mehr uneingeschränkten Kredit: Eine spanische Flagge in der Nähe der Metro Station «Banco de Espana» in Madrid.
Der Staat geniesst nicht mehr uneingeschränkten Kredit: Eine spanische Flagge in der Nähe der Metro Station «Banco de Espana» in Madrid.
Reuters

Fitch und Standard & Poor's (S&P) bewerten Spanien nun mit der vierthöchsten Note «AA-». Das Land besitzt damit zwar immer noch eine gute langfristige Bonität. Bei S&P besass das Land vorher jedoch ein leicht besseres «AA». Die Abstufung erhöht den Druck auf Spanien. Denn je schlechter die Kreditwürdigkeit, desto höhere Zinsen dürften für die Aufnahme neuer Schulden fällig werden.

«Wir sehen gestiegene Risiken für Spaniens Wachstumsperspektiven aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit, den angespannteren finanziellen Bedingungen, dem immer noch hohen Niveau der Verschuldung im privaten Sektor und einem wahrscheinlichen wirtschaftlichen Abschwung bei Spaniens wichtigsten Handelspartnern», begründete S&P in London den Schritt.

Sorge um Banken

Besonders Spaniens Banken werden in immer grössere Schwierigkeiten geraten, fürchtet die S&P. Erst am Dienstag hatte die führende Ratingagentur die Bonität von zehn Instituten des Landes gesenkt, darunter die beiden Branchenriesen Banco Santander und BBVA. Auch sie haben nun ein «AA-».

Und Standard & Poor's drohte sogar schon mit der nächsten Abstufung des Landes. Der Ausblick für die Kreditwürdigkeit ist wie bei Fitch «negativ». Auch Italien war zuletzt unter Beschuss der drei grossen Ratingagenturen geraten, zu denen zudem noch Moody's zählt.

Portugal mit Sparbudget für 2012

Der portugiesische Ministerpräsident Pedro Passos Coelho hat harte Sparmassnahmen für das kommende Jahr angekündigt. Ziel sei es, die Bonität zu verbessern und die Bedingungen zu erfüllen, die an die Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm geknüpft worden seien.

Zu den Einschnitten gehörten der Wegfall von Ferien- und Weihnachtsgeld von Beamten und verlängerte Arbeitszeiten. «Wir hätten es niemals soweit kommen lassen dürfen», sagte Passos Coelho gestern in einer Fernsehansprache im Anschluss an die Verabschiedung des Staatsbudgets durch die Regierung.

Schrumpfende Wirtschaft

Das Parlament stimmt am Montag über darüber ab, eine Zustimmung gilt angesichts der grossen Regierungsmehrheit als sicher. Zu den Einschnitten gehört eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf viele Güter und die Streichung von Steuerabschreibungsmöglichkeiten für Besserverdienende.

Experten gehen wegen der einschneidenden Einsparungen von einem Schrumpfen der portugiesischen Wirtschaft von 1,8 Prozent in diesem und 2 Prozent im kommenden Jahr aus. Die Arbeitslosigkeit in dem südeuropäischen Land liegt bei 12 Prozent und damit auf dem höchsten Niveau seit den 1980er Jahren.

SDA/rub

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