Trotz Rezession hält Japan an Steuererhöhung fest

Die Mehrwertsteuern in Japan sollen wie geplant auf zehn Prozent erhöht werden. Die Frage ist nur wann. Die Börse reagierte auf Aussagen des Finanzministers mit steigenden Kursen.

«Der Schritt ist unausweichlich»: Japans Finanzminister Taro Aso. (Archivbild)

«Der Schritt ist unausweichlich»: Japans Finanzminister Taro Aso. (Archivbild)

(Bild: Reuters)

Die japanische Regierung hält trotz der Rezession grundsätzlich an einer weiteren Mehrwertsteuererhöhung fest. Der Schritt sei unausweichlich, um die steigenden Sozialausgaben zu bezahlen, sagte Finanzminister Taro Aso am Dienstag.

Er deutete zugleich an, dass Ministerpräsident Shinzo Abe die Steuererhöhung wie erwartet verschieben könnte. Dann müsse die Regierung aber den Märkten versichern, dass es keinen weiteren Aufschub geben werde, sagte Aso.

Japan ist hoch verschuldet

Japan ist so hoch verschuldet wie kein anderes Industrieland der Welt. Die Äusserungen zur Steuerpolitik werden auch aufmerksam verfolgt, weil die japanische Wirtschaft nach der Mehrwertsteuererhöhung von fünf auf acht Prozent im April in die Rezession rutschte.

Eigentlich sollte der Satz im Oktober 2015 auf zehn Prozent angehoben werden. Wegen der am Montag veröffentlichten Konjunkturdaten ist es aber wahrscheinlich, dass Abe den Schritt verschiebt. Japan war unerwartet in eine Rezession gestürzt.

Börse erholt sich

Die Börse in Tokio erholte sich am Dienstag von einem Teil ihrer Vortagesverluste. Der Nikkei-Index legte um 2,2 Prozent auf 17'344 Punkte zu. Am Montag hatte der Index drei Prozent eingebüsst, weil die japanische Wirtschaft überraschend in eine Rezession rutschte.

Bei den Einzelwerten standen in Tokio die Aktien des Elektronikkonzerns Sony im Fokus. Das Unternehmen will in den kommenden drei Jahren in seiner Filmsparte um mehr als ein Drittel wachsen. Der Aktienkurs stieg um mehr als sechs Prozent.

chk/sda

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