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US-Börsen auf Rekordhoch

16'168 Punkte beim Dow Jones, 1811 Zähler beim S&P. Die Rede von Fed-Boss Ben Bernanke brachte die Anleger in Kauflaune.

rbi
Der Entscheid war mit Spannung erwartet worden: Die Fed-Pressekonferenz wurde auch in der New Yorker Börse live übertragen. (18. Dezember 2013)
Der Entscheid war mit Spannung erwartet worden: Die Fed-Pressekonferenz wurde auch in der New Yorker Börse live übertragen. (18. Dezember 2013)
Keystone

Die US-Börsen haben mit Erleichterung auf die Ankündigung der US-Notenbank (Fed) reagiert, wegen der besseren Konjunktur ihre Geldflut einzudämmen: Die Wall Street beendete den Handel heute auf Rekordständen. Zuvor hatte die Fed den seit langem erwarteten Startschuss zur Rückführung ihrer massiven Wertpapierkäufe gegeben. Marktbeobachter äusserten sich erfreut, dass nun nach monatelangen Spekulationen endlich Klarheit herrsche.

Der Dow Jones mit den 30 Standardwerten ging 1,8 Prozent fester aus dem Handel bei 16'168 Punkten – so hoch wie nie zuvor. Der breiter gefasste S&P 500 stieg 1,7 Prozent auf das Rekordniveau von knapp 1811 Stellen. Der technologielastige Nasdaq-Index gewann 1,15 Prozent auf 4070 Zähler.

Bernankes Bremser

Die US-Zentralbank Federal Reserve beginnt mit dem Ausstieg aus der extrem lockeren Geldpolitik. Der Offenmarktausschuss der Fed kündigte am Mittwoch nach seiner zweitägigen Zinssitzung in Washington an, den monatlichen Anleihenkauf ab Januar um zehn Milliarden Dollar auf 75 Milliarden Dollar (knapp 55 Milliarden Euro) zu trimmen. Den Leitzins beliess die Notenbank wie erwartet unverändert auf dem Rekordtief von null bis 0,25 Prozent. Angesichts der Verbesserung der Lage auf dem Arbeitsmarkt und einer robusteren Wirtschaft habe sich die Notenbank zu einer «bescheidenen» Drosselung der Anleihenkäufe entschieden, erklärte der Offenmarktausschuss. Mit Beginn des neuen Jahres erwirbt die Zentralbank demnach jeden Monat Staatsanleihen im Umfang von 40 Milliarden Dollar und Hypothekenpapiere im Umfang von 35 Milliarden Dollar. Beide Posten werden damit um je fünf Milliarden Dollar reduziert.

Über mehrere Programme zum Anleihenkauf pumpte die Fed seit Mitte 2008 im Kampf gegen die Folgen der Finanzkrise rund drei Billionen Dollar in den Wirtschaftskreislauf. In der Zinsentscheidung nennt die Fed keinen genauen Zeitplan für das weitere geldpolitische Vorgehen. Der Offenmarktausschuss werde die Anleihenkäufe bei künftigen Treffen allerdings «wahrscheinlich» weiter reduzieren, sollte sich die Erwartung einer anhaltenden Entspannung auf dem Arbeitsmarkt bestätigen. Die nächste Zinssitzung der Fed findet Ende Januar statt.

Zinsen bleiben tief

Der Leitzins dürfte dagegen noch eine ganze Weile nahe null Prozent verharren: Die Fed will an diesem Niveau nicht rütteln, solange die Arbeitslosenquote über 6,5 Prozent liegt. Im November waren es 7,0 Prozent. Der scheidende Fed-Chef Ben Bernanke betonte daher auf einer Pressekonferenz, dass die Drosselung der Anleihenkäufe keineswegs bedeute, dass die Zentralbank ihre Unterstützung für die Wirtschaft zurückziehe. Die grosse Mehrheit der Mitglieder des Offenmarktausschusses rechne mit einer Anhebung des Leitzinses nicht vor 2015.

Bernanke übergibt zum 1. Februar nach acht Jahren das Zepter an seine designierte Nachfolgerin, die bisherige Fed-Vizechefin Janet Yellen. Der scheidende Notenbankchef sagte, dass Yellen die Zinsentscheidung am Mittwoch «voll unterstützt» habe. Die promovierte Ökonomin, die als erste Frau die mächtigste Zentralbank der Welt führen soll, steht für eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik der vergangenen Jahre. Die Berufung Yellens dürfte noch in dieser Woche vom Senat bestätigt werden.

Gute Konjunkturzahlen

Mit der Verringerung der Anleihenkäufe reagierte die Zentralbank auf die jüngsten Erholungszeichen der US-Wirtschaft: Die Arbeitslosenquote war im November mit sieben Prozent auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren gesunken. Die Konjunktur legte unterdessen im dritten Quartal stärker zu als erwartet: Das Handelsministerium in Washington korrigierte das Wachstum in den Monaten Juli bis September auf eine Jahresrate von 3,6 Prozent nach oben. Im zweiten Quartal war die Wirtschaftsleistung der USA auf Jahresbasis dagegen um 2,5 Prozent gewachsen, im ersten Quartal nur um 1,1 Prozent.

(SDA)

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