Vermieter senken Preise für Wohnungen mehrfach

Immobilienbesitzer werden ihre Wohnungen nicht mehr so einfach los. Immer häufiger müssen sie diese mehrmals ausschreiben – zu einem günstigeren Preis.

Vermieter werden Wohnungen ausserhalb der Grosszentren nicht los: Wohnungsportal Homegate.

Vermieter werden Wohnungen ausserhalb der Grosszentren nicht los: Wohnungsportal Homegate.

(Bild: Keystone Gaetan Bally)

Caroline Freigang@c_freigang

Zückerli reichen nicht mehr: Vermieter müssen jetzt Preisnachlässe gewähren, um ihre Wohnungen an den Mann oder Frau zu bringen. Denn während die Nachfrage wegen der sinkenden Zuwanderung zurückgegangen ist, werden immer noch viele neue Wohnungen gebaut. Setzten einige Vermieter letztes Jahr noch auf Gratis-Mieten, Migros-Gutscheine, ein Mobility-Abo oder einen Zustupf zur Innenausstattung, reicht das heute häufig nicht mehr aus.

Einige Vermieter gehen also einen Schritt weiter und senken die Mieten. Immer öfter werden Wohnungen, die auf Online-Plattformen ausgeschrieben und nicht vermietet werden können, zu tieferen Mieten erneut inseriert. Das schreibt die Credit Suisse in ihrem neuen Monitor zum Immobilienmarkt. Der Druck auf die Vermieter ist gestiegen, sagt auch Fabian Waltert, Immobilienexperte der Credit Suisse.

Mietreduktionen nehmen zu

Im letzten Jahr sind laut der Studie bereits vier Prozent der inserierten Wohnungen nochmals für weniger Geld ausgeschrieben worden, da zu den ursprünglichen Konditionen kein Mieter gefunden werden konnte - Tendenz steigend. Gleichzeitig nehme die Zeitspanne, innerhalb der eine Senkung vorgenommen wird, deutlich ab. Warteten die Vermieter 2014 noch über 60 Tage, bis sie nicht losgewordenen Wohnungen nochmal inserierten, sind es jetzt nur noch rund 40 Tage. Die Erhebung der CS geht bis auf das Jahr 2014 zurück.

Mieten werden auf Portalen in immer kürzerer Zeit gesenkt. Quelle: Meta-Sys AG, Credit Suisse

Für die Auswertung hat die Credit Suisse Angaben aus einer Datenbank verwendet, die alle grossen Provider wie Immoscout und Homegate umfasst. Die Daten seien auf Ebene der Einzelinserate ausgewertet worden, sagt CS-Experte Waltert. Sprich: Ob und wie oft eine einzelne Wohnung mit reduziertem Mietpreis erneut ausgeschrieben wurde.

Reduktionen von über zehn Prozent

Die Reduktionen seien unterschiedlicher Natur, sagt Waltert. «Manchmal wird der Mietpreis von 3000 auf 2900 Franken reduziert, also nur um rund drei Prozent». Es gebe aber auch Fälle mit Reduktionen von über zehn Prozent, oder solche, in denen mehrere kleine Reduktionen gemacht würden.

Betroffen seien besonders Regionen ausserhalb der Grosszentren, also Gebiete mit Überangeboten, wo der Leerstand besonders hoch sei, sagt Waltert. Aber auch in Städten wie Zürich oder Genf, wo keinerlei Überangebotstendenzen auf dem Mietmarkt bestehen, kommen Mietreduktionen vor. «Besonders im Segment von Mieten über 3000 bis 3500 Franken, wo die Luft dünn wird und es weniger potenzielle Mieter gibt», so Waltert.

Mieten sinken 2018

Der Druck auf die Vermieter dürfte auch 2018 nicht nachlassen: Die CS rechnet für 2018 mit einem Rückgang der Mieten um ein Prozent. Damit setzt sich der Trend vom Vorjahr fort. 2017 waren die Mieten wegen einem Auseinanderklaffen von Angebot und Nachfrage insgesamt leicht rückläufig.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt