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Wer die Schuld an der Finanzkrise trägt

Die Finanzkrise in den USA wäre zu verhindern gewesen – laut dem Bericht eines Untersuchungsaussschusses. Mitverantwortlich waren demnach auch George W. Bush und Bill Clinton.

In der Kritik: Die beiden ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten (Archivbild).
In der Kritik: Die beiden ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten (Archivbild).
Keystone

Zum Zusammenbruch der Wirtschaft sei es gekommen, weil Regierungsmitglieder und Wall-Street-Manager Warnzeichen ignoriert hätten, heisst es in dem am Donnerstag veröffentlichen Abschlussbericht des Ausschusses, der von der Regierung beauftragt worden war. Mitverantwortlich für die schlimmste Rezession in den USA seit den Dreissigerjahren sind demnach die Regierungen von George W. Bush und dessen Vorgänger im Präsidentenamt, Bill Clinton.

Geldgierige Banker und weitere Verantwortliche

Eine Mitschuld sehen die Verantwortlichen des Berichts auch beim derzeitigen US-Finanzminister Timothy Geithner, dem US-Notenbankchef Ben Bernanke und dessen Amtsvorgänger. Im Abschlussbericht wird aber auch Kritik an Bankern geübt, die mit riskanten Investitionen in Billionenhöhe reich wurden. Die Finanzgeschäfte seien so komplex geworden, dass Bankenchefs und Regulierungsbehörden sie nicht mehr verstanden hätten, heisst es in dem Bericht. Gleichzeitig hätten Banken eine strikte Aufsicht über ihre Geschäfte zu verhindern versucht – mit der Begründung, eine Einmischung der Regierung würde die Finanzinnovation zurückhalten.

Der Untersuchungsausschuss war im Jahr 2009 vom Kongress ins Leben gerufen worden, um den Ursachen für die Finanzkrise nachzugehen. Im Ausschuss sassen zehn Mitglieder, darunter sechs Demokraten und vier Republikaner. Die Ergebnisse des Abschlussberichts wurden nur von den sechs Demokraten akzeptiert, die Republikaner im Ausschuss lehnten sie ab.

Finanzkrise laut Bernanke nicht zu verhindern

Die im Bericht vorgelegten Ergebnisse der Untersuchung widersprechen einer Reihe von Zeugenaussagen, die bei Anhörungen des Ausschusses gemacht wurden. Einige der Zeugen hatten ausgesagt, die Finanzkrise sei nicht zu verhindern gewesen. Diese Ansicht vertraten unter anderem Notenbankchef Bernanke und der Vorstandschef der Investmentbank Goldman Sachs, Lloyd Blankfein.

Im Bericht werden im Detail Warnzeichen angeführt, die ihm zufolge ignoriert wurden, darunter ein starker Anstieg bei riskanten Hypothekenkrediten, ein untragbarer Anstieg der Häuserpreise und eine starke Zunahme der Handlungsaktivitäten an der Wall Street, vor allem was hochriskante Finanzprodukte betrifft. «Eine Kombination aus übermässiger Kreditaufnahme, riskanten Investitionen und einem Fehlen an Transparenz setzte das Finanzsystem auf einen Kollisionskurs mit der Krise», heisst es in dem Bericht.

dapd/raa

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