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«Wir werden den Euro verteidigen, egal, was es dazu braucht»

Eine bessere Kontrolle der Euroländer und eine Verschärfung des Stabilitätspaktes sollen die europäische Einheitswährung retten.

Die EU-Kommission schlägt einen «europäischen Stabilisierungsmechanismus» für die die Euroländer vor. Einzelheiten dieses Instrumentes, das Krisen wie diejenige in Griechenland verhindern soll, werden am Sonntag nach dem Sondertreffen der 27 EU- Finanzminister vorgestellt.

«Wir sind mit einer schwerwiegenden Lage konfrontiert», sagte der ständige EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy in der Nacht auf Samstag vor den Medien in Brüssel. Deshalb werde auch die Arbeit der Arbeitsgruppe beschleunigt, die unter seinem Vorsitz Vorschläge für eine bessere Kontrolle der Euroländer und eine Verschärfung des Stabilitätspakts präsentieren soll.

«Wir werden den Euro verteidigen, egal, was es dazu braucht», sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Näher wollte er sich nicht zum geplanten Krisenmechanismus äussern. «Die Vorschläge sind auf Unterstützung gestossen und werden nicht veröffentlicht, bevor sie nicht den EU-Finanzministern vorgestellt wurden», sagte Barroso weiter.

Beschluss bis am Sonntag

Das geplante Rettungssystem soll verhindern, dass Staaten in der Euro-Zone in eine gefährliche Schieflage geraten und die gemeinsame Währung gefährden, wenn sie ihre Schulden nicht mehr an den Finanzmärkten refinanzieren können.

Über die Einzelheiten des Mechanismus müssen nun alle 27 EU-Finanzminister an ihrem Treffen am Sonntag befinden. Mit einem soliden Beschluss noch vor Öffnung der Börsen hoffen die Euroländer, die Märkte beruhigen zu können. Bisher hatten diese jeweils nicht nachhaltig positiv auf Erklärungen aus Brüssel zur aktuellen Krise reagiert. Verstärkt wurde dadurch auch die Spekulation.

Hektik vor Gipfelbeginn

Auch wenn sie sich im Grundsatz schon vor ihrer Reise nach Brüssel einig waren: Das eigentliche Treffen der 16 Chefs begann am Freitagabend erst mit gut zweistündiger Verspätung. Das und die Tatsache, dass die 16er-Runde gegen Mitternacht wieder für bilaterale Gespräche unterbrochen wurde, zeigte auf, dass es äusserst kompliziert war, in einem Gremium mit Vertretern aus 16 Ländern eine einheitliche Linie zu finden.

So wechselten sich im Verlauf des Abends bilaterale Treffen mit Vierer- und Sechser-Treffen ab. Wenn die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy nicht mehr weiterkamen, mischten sich Jean-Claude Trichet, der Präsident der Europäischen Zentralbank, und die EU-Kommission ein.

In der Nacht traten dann Van Rompuy und Barroso vor die Medien, um zu verkünden, dass ein von der Kommission vorgeschlagener Mechanismus zur Verhinderung von Krisen zum Zuge kommen soll.

SDA/jak

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