Kontingente auch in Bern zu klein

Auch für den Kanton Bern waren in den letzten Jahren die Drittstaatenkontingente zu klein. Regierungsrat Christoph Ammann begrüsst deshalb die ­beschlossene Erhöhung.

«Im laufenden Jahr musste ich per Anfang Oktober 40 zusätzliche Bewilligungen beim Bund beantragen», sagt Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann (SP).

«Im laufenden Jahr musste ich per Anfang Oktober 40 zusätzliche Bewilligungen beim Bund beantragen», sagt Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann (SP).

(Bild: Urs Baumann)

Marius Aschwanden

Statt 6500 neue Fachkräfte von ausserhalb der EU und der Efta dürfen im nächsten Jahr 7500 solche Personen in der Schweiz arbeiten kommen. Das hat der Bundesrat diese Woche entschieden. Damit kommt er einer Reihe von Branchen und Kantonen entgegen, die in den vergangenen Wochen eine Erhöhung dieses ­sogenannten Drittstaatenkontingentes gefordert hatten.

In verschiedenen Kantonen – darunter auch Bern – reichten die Bewilligungen für Spezialisten aus Drittstaaten seit der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative 2014 nicht mehr aus. Damals wurde das Kontingent von 8500 auf 6500 gesenkt.

Kurzzeitbewilligungen fehlen

Gefragt sind in Bern insbeson­dere Kurzaufenthaltsbewilligungen. Diese werden an Erwerbstätige abgegeben, die für eine Dauer zwischen drei Monaten und einem Jahr eine Stelle antreten. «Im laufenden Jahr musste ich per Anfang Oktober 40 zusätzliche Bewilligungen beim Bund beantragen», sagt Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann (SP).

In den letzten Jahren sah es nicht anders aus: 2015 fehlten 60 Bewilligungen, 2014 sogar 130. Da der Bund für solche Fälle eine Reserve bildet, seien die Gesuche des Kantons Bern aber immer genehmigt worden. «Insofern ist das Problem bei uns nicht sehr akut», so Ammann.

Wie gross die Kontingente der verschiedenen Kantone sind, ändert von Jahr zu Jahr. Der Bund befragt sie nach ihrem Bedürfnis, anschliessend verteilt er die Bewilligungen und definiert die Höhe der Bundesreserve. Im laufenden Jahr erhielt Bern 252 Kurzaufenthaltsbewilligungen und 157 normale Aufenthaltsbewilligungen. Letztere reichten bisher immer aus.

Bedarf könnte zunehmen

Trotzdem begrüsst Ammann den Entscheid des Bundesrats. «Die Erhöhung ist im Sinne des Kantons», so der Volkswirtschaftsdirektor. Direkt davon profitieren wird Bern aber nicht. Die 1000 zusätzlichen Bewilligungen gehen in die Bundesreserve und werden nur auf Antrag vergeben. Ob die Erhöhung langfristig ausreicht, kann Ammann nicht beurteilen. «Das wäre Kaffeesatz­lesen.»

Klar ist aber, dass der Bedarf an Spezialisten aus Drittstaaten im Kanton Bern gleich bleiben oder sogar noch zunehmen dürfte. «Gefragt sind solche Personen bei uns vor allem in der Informatik und in der medizinischen ­Forschung», sagt Ammann. Und insbesondere im Medizinbereich will sich der Kanton künftig ­stärker positionieren und ent­wickeln.

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