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Microsoft scheffelt das Geld bei Firmenkunden

Redmont Der weltgrösste Software-Konzern Microsoft übersteht die schwächelnden PC-Verkaufe weiterhin schadlos.

Im vierten Geschäftsquartal, das von April bis Juni lief, stieg der Umsatz um 8 Prozent auf das Rekordniveau von 17,4 Milliarden Dollar. Neben der neuesten Ausgabe des Büropakets Office verkaufte sich vor allem die Server-Software bestens. «Wir sehen weiterhin eine starke Nachfrage unserer Firmenkunden - von Kleinbetrieben bis hinauf zu den grössten Weltkonzernen», sagte der für das Tagesgeschäft zuständige Manager Kevin Turner am Donnerstag am Firmensitz in Redmond im US-Bundesstaat Washington. Die gesamte Produktpalette sei gefragt, ergänzte er. Der Gewinn verbesserte sich um satte 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf unter dem Strich 5,9 Milliarden Dollar. Damit lag der einst bestverdienende Technologiekonzern Microsoft aber zum zweiten Mal in Folge hinter Apple. Dank starker Verkäufe des iPhone- Handys und des iPad-Tablets hatte Apple im gleichen Zeitraum 7,3 Milliarden Dollar verdient. Wohin mit Windows? Apples Erfolg macht Microsoft insofern zu schaffen, als dass viele Konsumenten nach Einschätzung von Marktforschern statt zu einem Windows-PC mittlerweile lieber zu einem iPad greifen. Auch die Mac-Computer von Apple sind begehrt. Tatsächlich kämpft Microsoft mit einem leicht rückläufigen Umsatz und Gewinn in seiner Windows- Sparte - zum dritten Mal in Folge. Das Betriebssystem wird zumeist mit einem neuen PC ausgeliefert. «Alle Augen sind auf Windows gerichtet», sagte der Analyst Josh Olson von Edward Jones. Die zentrale Frage laute, ob sich Microsoft mit seinem Markenzeichen Windows letztlich auf den zukunftsträchtigen Tablet-Computern ausbreiten könne. Erst am Mittwoch hatte der Chiphersteller Intel seine Prognose für den PC-Markt heruntergeschraubt. Mit Intel verbindet Microsoft eine Erfolgsgeschichte, die durch den Boom immer kleinerer Geräte angekratzt wurde. Drei Jahrzehnte lang dominierte das «Wintel» genannte Duo die IT-Branche: Die Betriebssysteme kamen von Microsoft, die Prozessoren von Intel. Doch auf dem wachsenden Markt der tragbaren Geräte haben die energiesparenden Chips des britischen Herstellers ARM die Nase vorn. Im Kampf gegen Apple und Google schwenkte Microsoft Anfang Januar auf die ARM-Technologie ein. Im kommenden Jahr will der Konzern mit einem neuen, ARM-fähigen Betriebssystem - Arbeitstitel «Windows 8» - mit Macht in den Tablet-Markt eindringen. Problemfall Online-Geschäft Dagegen feiert Microsoft mit seiner Videospiele-Konsole Xbox 360 anhaltende Erfolge. Die früher verlustreiche Sparte verdient Geld, wenngleich mit operativ 32 Millionen Dollar eher im bescheidenen Rahmen. Zum Vergleich: Mit dem aktuellen Goldesel Office und anderer Firmenkunden-Software scheffelte Microsoft operativ 3,6 Milliarden Dollar, mit Windows immer noch 2,9 Milliarden Dollar. Problemfall ist und bleibt das Online-Geschäft rund um die Suchmaschine Bing. Die Sparte baute ihre Verluste sogar noch aus auf zuletzt 728 Millionen Dollar. Microsoft hat sich mit dem Internet-Pionier Yahoo gegen den Platzhirsch Google verbündet. Notiz an die Redaktion: Die Meldung bsd701 vom Donnerstag wurde in den Abschnitten 3 bis 6 nach dem Lead ergänzt

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