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Nestlé-Topmanager: Biotreibstoffe treiben Millionen in Armut

Frankfurt/Main Der Biosprit-Ausbau verschärft den Hunger in der Welt nach Ansicht von Nestlé-Verwaltungsratspräsident Peter Brabeck-Letmathe dramatisch.

Brabeck appellierte in einem Interview erneut an die Politik, den Ausbau zu stoppen. «Wir haben durch die Biotreibstoffe Hunderte von Millionen von Menschen wieder in die extreme Armut geschickt», sagte er in einem Gespräch mit der «Frankfurter Rundschau (Montag) angesichts der Hungerkatastrophe in Somalia und steigender Nahrungsmittelpreise. «Es ist ein Unding, dass heute über die Hälfte des amerikanischen Mais und ein Fünftel des ganzen Zuckeranbaus in Biotreibstoffe umgesetzt wird, während es gleichzeitig nicht genügend Lebensmittel gibt, um die Menschheit zu ernähren», klagte Brabeck. «Das verrückte ist doch, dass die Politik diese blödsinnige Nachfrage nach Biotreibstoffen und damit die Verknappung des Nahrungsmittelangebots selbst kreiert hat», so Brabeck. Hierin liege unter anderem der Grund für die immensen Preissteigerungen und die Unruhen in den Entwicklungsländern. Brabeck-Lethmathe forderte ein Verbot: «No food for fuel! Da könnten die Europäer sich wirklich mal profilieren und Initiative zeigen.» Der Nestlé-Verwaltungsratschef erwartet einen weiteren Preisanstieg bei Nahrungsmitteln. «Die Zeit billiger Rohstoffe ist vorbei. Langfristig geht der Trend klar nach oben, die Nachfrage steigt steil an.»

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