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Neue Yahoo-Chefin will an alte Erfolge anknüpfen

San Francisco Mit der Rückbesinnung auf alte Stärken will die neue Yahoo-Chefin Marissa Mayer das Ruder bei dem schwächelnden Online-Pionier herumreissen.

«Wir müssen zurück zu unseren Wurzeln als Internetunternehmen, das sich auf die Nutzer konzentriert», sagte die 37-Jährige bei ihrem ersten grossen öffentlichen Auftritt an der Spitze des hinter Google und Facebook hinterherhinkenden US-Konzerns. Dazu solle vor allem das lange vernachlässigte Geschäft mit dem mobilen Internet auf Vordermann gebracht werden, um von Smartphone- und Tablet-Boom zu profitieren. Der eingeläutete Kurswechsel und ein überraschend hoher Quartalsgewinn machte den Anlegern Mut: Die Aktie stieg nach Mayers mit Spannung erwarteten Auftritt ausserbörslich um rund fünf Prozent. Wichtigstes Ziel sei nun, den Übergang ins mobile Zeitalter zu schaffen, sagte Mayer vor Analysten am Montagabend. «Das Mobilgeschäft ist eine riesige Welle, auf der wir reiten können.» Dabei tut sich allerdings auch die sonst so erfolgsverwöhnte Konkurrenz schwer. Auch angestammte US-Technologieriesen wie Google und Microsoft müssen kräftig strampeln, um beim Smartphone- und Tablet-Computer- Boom mit der Konkurrenz Schritt halten zu können. Im Fokus stehe nun, Yahoos Webseiten aufzupolieren und Smartphone tauglicher zu machen, erklärte Mayer. Denn zum Surfen im Internet greifen Nutzer immer öfter zu mobilen Geräten. Für die Unternehmen fallen dabei jedoch weniger Werbeeinnahmen ab. «Mobile Welle» soll Kurswechsel anschieben Yahoo konzentriere sich damit wieder stärker auf die «täglichen Gewohnheiten» der Nutzer wie E-Mail und Websuche, sagte Mayer. Damit läutet sie einen Kurswechsel ein. Im Gegensatz zu ihrem direkten Vorgänger, Übergangschef Ross Levinsohn, legt sie das Gewicht wieder stärker auf Technik statt auf Medieninhalte. Die vom Rivalen Google gekommene Mayer hatte in einer der spektakulärsten Personalwechsel in der Technologie-Branche im Juli den Chefsessel bei Yahoo übernommen. Damit erlebte der angeschlagene Internetkonzern den dritten Führungswechsel innerhalb eines Jahres. Im Gegensatz zum erfolgsverwöhnten Konkurrenten Google, der in der vergangenen Woche mit einer versehentlich zu früh veröffentlichten Bilanz und einem Gewinneinbruch um 20 Prozent Investoren verschreckt hat, überraschte Yahoo die Anleger diesmal positiv. Ohne den milliardenschweren Verkauf eines Anteils an dem chinesischen Online-Händler Alibaba wies Yahoo im abgelaufenen Quartal einen Gewinn von 177 Millionen Dollar aus. Der Nettoumsatz lag mit 1,09 Milliarden Dollar in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Nach Börsenschluss am Dienstag legt Facebook - dem ebenfalls der Smartphone-Boom unter seinen Kunden zu schaffen macht - seine Zahlen vor.

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