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Norwegen hebt Lebensmittelzölle an - Streit mit EU droht

Oslo/Brüssel Norwegens Regierung will die heimische Landwirtschaft durch höhere Einfuhrzölle vor EU-Konkurrenz schützen.

Landwirtschaftsminister Trygve Slagsvold Vedum bestätigte am Dienstag Medienberichte, wonach die Einfuhrzölle auf wichtige Lebensmittel ab 2013 «von Kronen- auf Prozentbeträge» umgestellt werden sollen. Die höheren Abgaben sollen zum Beispiel für Hartkäse sowie Lamm- und Schweinefleisch gelten. Der Minister von der bäuerlichen Zentrumspartei begründete sein Vorhaben damit, dass man «keine andere Wahl» habe. Er sagte der Zeitung «Nationen»: «Der Zollschutz ist ein tragendes Element, um unsere eigenen Lebensmittelproduktion im ganzen Land zu sichern.» Mehr als die Hälfte der norwegischen Lebensmittel werden importiert, die meisten davon aus EU-Ländern. Nach Angaben der Zeitung «Handelsblatt» vom Dienstag drohen vor allem den aus Dänemark eingeführten Käsesorten Erhöhungen der Zollsätze um 250 Prozent. Blumensorten wie Hortensien sollten künftig mit 72 Prozent statt 0 Prozent Einfuhrabgabe belegt werden. Die EU-Kommission in Brüssel hat gemäss der Zeitung bereits gegen die Zollpläne der Norweger protestiert. «Eine Änderung der Zolltarife ist unvereinbar mit bestehenden Vereinbarungen», hiess es in einem Protestschreiben an das Osloer Landwirtschaftsministerium. Norwegen ist nicht in der EU, ist aber Teil des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA), der auch Island, Liechtenstein und die Schweiz angehören. Die Lebensmittelpreise in Norwegen sind mit die höchsten in Europa.

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