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OECD-Arbeitsmarktstudie: Schweiz soll Hilfe besser koordinieren

Die Schweiz soll die Hilfe für Langzeitarbeitslose besser koordinieren.

Zudem sollen private und öffentliche Arbeits- Vermittler ihre Zusammenarbeit ausbauen. Zu diesem Schluss kommt eine am Donnerstag publizierte Studie der OECD. Die Schweiz verfüge über eine leistungsfähige Arbeitsmarktpolitik, die vergleichsweise grosszügige Transferzahlungen und relativ hohe Ausgaben für aktive Massnahmen verbinde, heisst es in dem Bericht «Aktivierungspolitik im Schweizer Arbeitsmarkt». Doch bestehen grosse Unterschiede in der Leistungsfähigkeit zwischen den einzelnen Arbeitsmarktagenturen und zwischen den Kantonen. Der Bund könnte hier koordinieren und ausgleichen, schlägt die OECD vor. Auch arbeite die staatliche Arbeitsvermittlung nach modernen Strukturen und interveniere bei Arbeitslosigkeit mit diversen Massnahmen, beispielsweise mit regelmässigen intensiven Beratungsgesprächen oder auch Kontrollen. Dennoch sei der Marktanteil aufgrund der späten Gründung und der grossen Konkurrenz von privaten Unternehmen klein. «Um eine effiziente Dienstleistung anzubieten, sollte die bereits existierende Zusammenarbeit zwischen privater und öffentlicher Vermittlung ausgebaut werden», heisst es in der Studie. Weiter stellt die Studie fest, dass die Arbeitslosigkeit insgesamt gering sei, aber der Anteil der Langzeitarbeitslosen überraschend hoch. Ein weiteres Problem seien die sogenannt Ausgesteuerten - also die Personen, die den Anspruch auf Arbeitslosengeld verlieren. «Dieser Personenkreis wird von den Kantonen mit ungleicher Intensität betreut», schreibt die OECD. Bundesstandards könnten zu einer landesweit besseren Betreuung führen, heisst es weiter. Vorlehren und Motivationsprogramme Für Jugendliche empfiehlt die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit unter anderem, dass die Vorlehren ausgebaut und weitere Motivationsprogramme für Jugendliche mit Lernschwierigkeiten angeboten werden. Zudem könnte mit berufsbezogenen, weiterbildenden Massnahmen und verstärkten Anstrengungen bei der Anerkennung von im Ausland erworbenen Abschlüssen das Arbeitskräftepotenzial von Zuwanderern besser genutzt werden. In der Schweiz habe die aktive Arbeitsmarktpolitik einen relativ hohen Stellenwert, hält die Studie weiter fest. Das Land gehöre zu jenen OECD-Staaten, in denen das Verhältnis der aktiven Massnahmen zu passiven Geldleistungen am höchsten sei. Auch sei die Schweiz eines der wenigen Mitgliedländern, in denen die Ausgaben für die Arbeitsmartkpolitik quasi-automatisch an die Höhe der Arbeitslosigkeit gekoppelt sei. Der Bericht ist Teil eines grösseren OECD-Projekts zur Arbeitsmarktpolitik. Im Rahmen von insgesamt sieben Länderberichten sind Studien erschienen zu Irland, Norgwegen und Finnland. Geplant sind Untersuchungen zur Arbeitsmarktsituation in Japan, Australien und Grossbritannien. Studie zeichnet detailliertes Bild Der Bericht zeichne ein detailliertes Bild über die Arbeitslosenversicherung und liefere aufschlussreiche Erkenntnisse, schreibt das Staatssekretariat SECO in einer Reaktion. Die externe Analyse stelle einen wichtigen internationalen Erfahrungsaustausch dar und sei für die Schweiz von Bedeutung für die Weiterentwicklung der Arbeitsmarktpolitik. Dass die OECD vorwiegend bei der Koordination und Kooperation Verbesserungspozenzial ortet, hat gemäss SECO denn auch mit dem förderalistischen System zu tun. Die Arbeitsmarktpolitik werde in der Schweiz von verschiedenen Partnern getragen und von der Zusammenarbeit geprägt. Einige der Kritikpunkte der OECD seien bereits erkannt und Massnahmen eingeleitet, heisst es weiter. Für weitere Optimierungen liefere der Bericht wertvolle Hinweise.

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