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Privatbanken warnen vor Überreglementierung und Abwanderung

Die Schweizer Privatbankiers warnen vor einer Überregulierung der Finanzbranche und der drohenden Abwanderung von Arbeitsplätzen.

15 bis 30 Prozent der Stellen in der privaten Vermögensverwaltung seien gefährdet. Hintergrund sei «der protektionistische Trend» in Europa und den USA, sagte Nicolas Pictet, Präsident der Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers (VSPB), an der Jahresversammlung des Verbandes am Freitag in Genf. «Wird hier keine Lösung gefunden, muss befürchtet werden, dass die Banken ihre Dienstleistungen auslagern müssen», warnte Pictet, der Teilhaber der Genfer Privatbank Pictet & Cie ist. Indirekt drohe ein weiterer Verlust an Arbeitsplätzen. Die Zeit dränge: «Unsere Konkurrenten sind auf der Lauer, und bekanntlich kann ein verlorener Markt nicht so rasch wieder zurückerobert werden», sagte Pictet. Weitere Hauptprobleme der Branche seien die wegen der Überschuldung der Industriestaaten äusserst fragile Konjunktur und der starke Franken. Denn ein Grossteil der Kosten der Privatbanken fallen in Franken an, während die Erträge auf ausländischen Währungen beruhen, die an Wert verloren haben. Regulatorische Flut Noch selten sei der politische Druck auf den Schweizer Finanzplatz so hoch gewesen wie heute. Der Druck komme aber auch von innen. Es gebe eine Flut von legislativen und reglementarischen Änderungen. Die Schweiz brauche eine wettbewerbsfähige Gesetzgebung. «Die schweizerischen Anforderungen, die über die internationalen Standards hinausgehen, laufen Gefahr, weder von den Kunden noch von den ausländischen Behörden verstanden zu werden», sagte Pictet. Die Steuerabkommen mit Deutschland, Grossbritannien und Österreich gingen in die richtige Richtung, obwohl zahlreiche praktische Fragen angesichts äusserst unrealistischer Fristen blieben. Es sei zu hoffen, dass die Abkommen ratifiziert würden und weitere folgten. Auch müsse sich der Finanzplatz weiterentwickeln: Institutionelle Vermögensverwaltung, Administration von Anlagefonds, hochstehende Depotdienstleistungen seien mögliche Bereiche. Ohne eine entsprechende Anpassung der Gesetze und die Unterstützung der Behörden könne dies jedoch nicht gelingen.

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