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Rationalisierung beim Sargbau hat zur Marktkonzentration geführt Schweizer Sarghersteller spüren kaum Druck ausländischer Anbieter Von Jürg Rüttimann, SDA Hintergrund

Der Sargbau hat sich in den letzten Jahrzehnten von den klassischen Schreinereibetrieben hin zu spezialisierten Herstellern verlagert.

Heute gibt's in der Schweiz noch drei grössere Sargproduzenten, die alle ihre Produktion stark rationalisiert haben. Bei der Hans Gerber AG im zürcherischen Dörfchen Lindau verlassen jährlich 16'000 Särge die Produktionsräume. Als Nummer 2 in der Schweiz stellt das Familienunternehmen, das dieser Tage sein 50-Jahr- Jubiläum feiert, jeder vierte in der Schweiz benötigte Sarg her. Produziert wird im Gewerbebetrieb hinter der Dorfkirche weitgehend automatisch: Zwei Roboter von ABB setzen stündlich vier Särge zusammen. Und auch für den Zuschnitt der Holzteile, welche die Roboterarme zusammenleimen und -nageln, muss längst kein Mitarbeiter mehr Hand anlegen. Von Hand erfolgt heutzutage bei den Standardmodellen einzig noch die Auspolsterung des Sarges. Mehr Handarbeit ist noch für all jene Särge nötig, die grösser oder kleiner sind als die Standardmodelle oder eine spezielle Ausstattung aufweisen. Und natürlich für Särge gehobeneren Standards. In protestantisch geprägten Kanton Zürich würden Särge, welche teurer und üppiger ausgestattet sind als die von den Gemeinden finanzierten Standardsärge, aber nur selten nachgefragt, erklärte Hans Gerber, Chef des Unternehmens, am Mittwoch am Rande einer Medienkonferenz. Und auch in den anderen Regionen nehme der Anteil luxuriöserer Särge tendenziell eher ab. Ausländische Anbieter haben keine Chance Der Kanton Zürich ist der wichtigste Markt für den zweitgrössten Sarghersteller der Schweiz: Anders als in anderen Kantonen kommen in Zürich die Gemeinden für die Bestattungen auf. Die Hans Gerber AG mit 30 Mitarbeitern ist denn auch nicht nur Produzentin von Särgen, sondern in über der Hälfte der Gemeinde auch für das Einsargen der Verstorbenen und den Transport zum Krematorium oder auf den Friedhof zuständig. Den Grossteil der in Lindau produzierten Särge werden an Bestattungsunternehmen in anderen Kantonen verkauft. Ausländische Produzenten hätten nur geringe Chance in der Schweiz, da einerseits das Marktvolumen für grosse Anbieter zu wenig attraktiv sei und anderseits im Sargbau auch regionale Bedürfnisse bei der Bauweise und der Ausstattung der Särge berücksichtigt werden müssten, sagte Gerber. Sortimentsbreite und Service entscheidend Noch grösser als die Hans Gerber AG ist die Rudolf Egli AG im luzernischen Beromünster. Geschäftsleiter Andreas Egli machte auf Anfrage aber keine Angaben zum genauen Produktionsvolumen des Unternehmens. Insgesamt zählt die Rudolf Egli AG, die ausschliesslich in der Sargproduktion tätig ist, rund 34 Personen. Bei der Nummer 3 auf dem Markt, dem Familieunternehmen A.& A. Willimann in Rickenbach im Kanton Luzern, sind gar keine Angaben zum Unternehmen in Erfahrung zu bringen. Die drei Hersteller teilen den Schweizer Markt aber grösstenteils unter sich auf. Mit Ausnahme des Kantons Zürich, wo das Bestattungswesen Sache der Gemeinden ist, spiele der Markt in der Schweiz, sagte Andreas Egli, Geschäftsleiter des Schweizer Marktführers, am Mittwoch auf Anfrage. Nebst dem Preis spielten heute insbesondere die Sortimentsbreite, die Lieferfristen und die Produkteverfügbarkeit eine Rolle, führte er weiter auf. Daher spielten ausländische Anbieter lediglich eine untergeordnete Rolle. Einzig in der Westschweiz gäbe es Händler, die Särge in die Schweiz importierten, so Egli.

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