Zum Hauptinhalt springen

Rücktritt Grübel Politik begrüsst Rücktritt von Grübel und fordert Neuanfang

Finanzpolitiker sehen im Abgang von UBS-Konzernchef Oswald Grübel eine Chance und fordern, dass die Bank nun endlich den lang erwarteten und erhofften Neuanfang in Angriff nimmt.

Grübel habe zwar die Bank nach der Rettung durch die Steuerzahlenden im Jahr 2008 auf sichere Bahnen gelenkt und das schlingernde Schiff wieder auf Kurs gebracht, sagte beispielsweise CVP-Nationalrat Pirmin Bischof (SO). «Danach wollte er jedoch wieder auf den alten Kurs zurück.» Offenbar sei die Rettung der Bank durch den Staat für Grübel kein einschneidendes Erlebnis gewesen; für die Politik hingegen schon, so Finanzexperte Bischof. «Auch konnte sich Grübel nicht mit dem Too- big-to-fail-Paket indentifizieren.» Offenbar habe Grübel aber nun die Zeitenwende gespürt. «Und für diese Zeitenwende war er nicht die richtige Gallionsfigur.» Tore offen für den Neubeginn Dass die Bank nun einen neuen Weg finden muss, betonen alle angefragten Politikerinnen und Politiker. Der Rücktritt Grübels sei ein ein wichtiger Schritt für den Neuanfang der Bank, sagte SP- Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer (BL). Grübel habe das Risikomanagement ganz offensichtlich nicht im Griff gehabt, was der Glaubwürdigkeit der Bank sehr geschadet habe. Eine Meinung, die auch FDP-Präsident Fulvio Pelli vertritt. Die Risikokultur sei offenbar immer noch mangelhaft, sagte er. «Es ist deshalb zu begrüssen, dass er für die Fehler in London Verantwortung übernimmt und zurücktritt.» Bischof, Leutenegger Oberholzer und Pelli sind zuversichtlich, dass der Interims-Konzernchef Sergio Ermotti den geforderten Neuanfang in Angriff nimmt. Pelli begrüsst, dass mit Ermotti ein international erfahrener, Schweizer Bankier zumindest zwischenzeitlich das Ruder bei der UBS übernimmt. Er habe die Reform der Bank zu einem kundenorientierten, soliden und bescheidenen Unternehmen nun konsequent und rasch umzusetzen, fordert der Tessiner Nationalrat. Teil des Neuanfanges ist für SP- Politikerin Leutenegger Oberholzer aber auch die Verkleinerung des Investmentbankings. Am besten lagere man diese Sparte in eine eigene Firma aus. Seitenhieb auf Villiger Die SVP hingegen nutzt den Rücktritt Grübels für einen Frontalangriff auf UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger. Für SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli (ZH) ist «der Falsche gegangen». Statt Grübel hätte seiner Meinung nach vielmehr Villiger den Posten räumen sollen. Der ehemalige FDP-Bundesrat verstehe nichts von Banken und müsse für den Deutschen Axel Weber Platz machen. Der ehemalige Präsident der Deutschen Bundesbank soll 2013 Nachfolger von Villiger werden, sein Wahl in den Verwaltungsrat erfolgt jedoch erst an der Generalversammlung 2012. Mörgeli fordert deshalb eine ausserordentliche Generalversammlung, an der diese Wahl vorgezogen wird. Es sei wichtig, dass jemand mit Bankenverstädnis Grübels Nachfolge regle.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch