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Spuhlers eigener Weg

Wegen des Frankenschocks verlangen Firmen von ihren Mitarbeitern Zugeständnisse. Oft zur Empörung der Gewerkschaften. Stadler Rail macht es offenbar anders.

Für die Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit: Peter Spuhler (SVP, TG), links, und Corrado Pardini (SP, BE) unterhalten sich im Nationalrat in Bern. (12. September 2012)
Für die Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit: Peter Spuhler (SVP, TG), links, und Corrado Pardini (SP, BE) unterhalten sich im Nationalrat in Bern. (12. September 2012)
Lukas Lehmann, Keystone

Die Sozialpartner standen sich in der Schweiz auch schon unter günstigeren Umständen gegenüber: Die Aufhebung des Euromindestkurses setzte exportorientierte Unternehmen stark unter Druck. So haben die Unternehmen des Industrieverbands der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie Swissmem ihren Mitarbeitern teils massive Konzessionen abverlangt. Lohnkürzungen, längere Arbeitszeiten und Kündigungen waren die Folge. Die Gewerkschaften reagierten mit Streikdrohungen, die Sozialpartnerschaft steht auf dem Prüfstand.

Inmitten dieser verhärteten Fronten demonstrieren zwei Männer den sozialpartnerschaftlichen Schulterschluss. Wie der «Blick» berichtet, fanden Peter Spuhler, ehemaliger SVP-Nationalrat und Unternehmer bei Stadler Rail, und Corrado Pardini, SP-Nationalrat und Gewerkschafter, zusammen eine pragmatische Lösung für die Sicherung der gut 3000 Mitarbeiter bei Stadler Rail. Gemeinsam schlossen sie einen Krisendeal, der folgende Eckpunkte umfasst:

  • Arbeitszeiterhöhung von 42 auf 45 Stunden pro Woche
  • Kündigungsschutz für das Stammpersonal
  • Lohnschutz während der Dauer des Massnahmenpakets
  • Monitoring der wirtschaftlichen Situation durch die Sozialpartner
  • Gesamtarbeitsverträge werden ab dem Sommer neu verhandelt

Während andere Branchenleiter ihre Kosten unter Ausschluss der Gewerkschaften zu senken versuchen, sucht Spuhler den Weg nicht in der Konfrontation, sondern im Dialog: «Wir haben ein gutes Vertrauensverhältnis mit der Unia», sagt er im «Blick». In wirtschaftlich harten Zeiten müsse man sich zusammenraufen, um pragmatische Lösungen für die Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit zu finden.

Auch Pardini zeigte sich pragmatisch: «Natürlich hat niemand Freude, länger zu arbeiten. Aber die Mitarbeiter erkennen, dass wir konkrete Gegenleistungen und Garantien für sie herausgeholt haben.» Gleichzeitig kritisiert er aber auch die Führung des Industrieverbandes Swissmem. Anders als Spuhler sei sie nicht offen für Argumente und nachhaltige Lösungen. Ideologen gäben dort noch immer den Ton an.

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