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Starker Franken SNB verteidigt die Untergrenze weiter Euro steigt über 1.26 Dollar - Sinkflug aber kaum zu Ende

Frankfurt Der Euro hat sich am Pfingstmontag etwas von seinen starken Verlusten in der vergangenen Woche erholt.

Am Montagmorgen kostete die Gemeinschaftswährung 1.2610 US-Dollar und damit rund einen Cent mehr als am Freitagabend. Doch der Sinkflug ist nach Einschätzungen von Experten noch nicht beendet. «Der Euro ist momentan so schwach, weil die Unsicherheit rund um Griechenland nach den Wahlen wieder zugenommen hat - und weil unklar ist, ob bei den Nachwahlen eine reformwillige Regierung ins Amt kommt», sagte Sebastian Wanke, Devisenexperte bei der Dekabank, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Noch sei unklar, ob die kommende Regierung die Vereinbarungen mit den Geldgebern umsetzt. Deshalb würden im Moment sichere Häfen gesucht - und der Euro gemieden. Einer dieser sicherer Häfen ist der Schweizer Franken. Doch die SNB will den Mindestkurs von 1.20 Franken mit allen Mitteln verteidigen. SNB-Präsident Thomas Jordan hatte in der Wochenendpresse einmal mehr verlauten lassen, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) selbst unter schwersten Bedingungen mit aller Konsequenz den Mindestkurs zum Euro durchsetzen werde. Zwar habe es an einem Tag im April für wenige Sekunden Handelsabschlüsse unter 1,20 Franken gegeben. «Da waren Gegenparteien am Werk, die nicht mit der Nationalbank handeln», sagte Jordan in der «SonntagsZeitung». Aus nicht nachvollziehbaren Gründen seien einzelne Banken bereit gewesen, einer anderen Bank Euros unter 1,20 Fr. zu verkaufen. Zusätzlich habe es an zwei Sonntagen auf Bloomberg Daten gegeben, die einen Euro unter dem Mindestkurs rapportiert hätten. Doch das seien keine Handelsabschlüsse gewesen, sondern nur ein Durchschnitt der von den Banken ihren Kunden gestellten Angebots- und Nachfragepreise, betonte der SNB-Präsident. Erhöhung für SNB kein Thema Forderungen nach einer Erhöhung des Mindestkurses könne er verstehen, sagte Jordan. Der Franken sei eindeutig eine überbewertete Währung und müsste sich aus Sicht der Fundamentaldaten abwerten. Für viele Unternehmen sei die Situation sehr schwierig. «Wir können aber nicht beliebig unsere Währung manipulieren. In einer noch schlimmeren Krisenlage wäre das fatal und kontraproduktiv. Der Mindestkurs muss legitimiert sein. Der aktuelle Mindestkurs ist realistisch und hat der Schweizer Konjunktur geholfen.» Keine Zweifel, dennoch Massnahmen Unterdessen gingen die Diskussionen über eine Rettung Griechenlands auch über das Pfingstwochenende weiter. Die EU- Kommission und die EZB arbeiten EU-Handelskommissar Karel De Gucht zufolge an entsprechenden Notfall-Szenarien. SNB-Präsident Thomas Jordan glaubt aber nicht an den Zusammenbruch der Währungsunion. Dennoch prüft eine Taskforce Massnahmen für den Fall, dass sich die Eurokrise verschärft und Länder aus der Währungsunion austreten. Eine Massnahme wären Kapitalverkehrskontrollen. Es handelt sich um Vorkehrungen, die den Zufluss von Kapital in die Schweiz direkt beeinflussen.

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