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Swiss Life vor neuen Ankündigungen zum künftigen Kurs Vorausbericht

Der Lebensversicherer Swiss Life befindet sich im Wandel.

Am Mittwoch will der Konzern die Investoren über strategischen Ziele informieren. Im Vorfeld der Anlegerkonferenz brodelt die Gerüchteküche. Noch ist nicht bekannt, was Konzernchef Bruno Pfister ankündigen wird. In den vergangenen Jahren hat Pfister im Unternehmen eine tiefgreifende Transformation angestossen. Swiss Life, die frühere Rentenanstalt, soll von einem traditionsschwangeren Lebensversicherer zu einem der europäischen Top-Konzerne werden. So gab Swiss Life im Sommer 2009 Kostensenkungen bekannt, um schlanker und effizienter zu werden. In der heute 7500 Mitarbeiter zählenden Gruppe kam es auch zum Abbau mehrere Hundert Stellen. Versicherungsexperte Georg Marti von der Zürcher Kantonalbank (ZKB) erwartet für den Mittwoch allerdings keine revolutionären Neuigkeiten: «Wie Swiss Life schon selber angekündigt hat, ist eher eine Evolution zu erwarten», sagte der Analyst der Nachrichtenagentur sda. Swiss Life überarbeitet Produkte Die schon vor mehreren Jahren begonnene Überarbeitung der Produktepalette soll dem Versicherer helfen, Staub abzuschütteln, sondern auch mehr zu verdienen. Mit neuen Lebensversicherungsangeboten, die aus komplexeren Finanzprodukten zusammengesetzt sind, verlagert die Swiss Life das Anlagerisiko verstärkt auf die Kunden. Angesichts tiefer Zinsen schont dies die Mittel des Konzerns und belastet den Versicherer bei den Auszahlung der Garantien weniger, wenn die Börsenkurse schwanken. «Die neuen Produkte sind schon Teil der Strategie und ich gehe davon aus, dass Swiss Life diesen Weg weiter beschreiten wird», so die Einschätzung von Experte Marti. Die Swiss Life könnte auch Neues aus dem Geschäft mit Versicherungsmänteln berichten, also Anlagen, die den Zweck einer Lebensversicherung erfüllen und steuergünstig bei einer Bank deponiert sind. Dieses Geschäft birgt wegen internationaler Steuerkonflikte Risiken für die Swiss Life. Ausserdem gibt es immer noch Zweifel, ob der Konzern damit wirklich gut verdienen kann. Sorgenkind AWD Gegenstand zahlreicher Spekulationen ist schliesslich die Finanzvertriebstochter AWD. Das deutsche Unternehmen verkauft Normalbürgern Anlageprodukte und gehört seit 2008 dem Zürcher Konzern. Der AWD und sein Gründer Carsten Maschmeyer haben aber in Teilen der Öffentlichkeit einen schlechten Ruf. Kunden, die mit AWD-Empfehlungen Geld verloren haben fühlen sich schlecht beraten. Vor allem in Deutschland und Österreich gibt es deswegen Prozesse. Unter Swiss-Life-Ägide hat der AWD zudem lange Zeit Verluste geschrieben. Analysten stellen sich die Frage, wie viel der AWD noch Wert ist. Vorletzte Woche hatte Finanzchef Thomas Buess nicht ausgeschlossen, dass der Konzern einen Abschreiber auf den aus der AWD-Übernahme stammenden Goodwill vornehmen muss. Swiss Life hatte den AWD 2008 1,1 Milliarden Fr. über dessen damaligen Substanzwert gekauft. Seit Wochen wird darüber spekuliert, ob der Name der Problemtochter geändert werde, um symbolisch einen Neuanfang zu markieren. «Ich schliesse nicht aus, dass der Name so nicht fortgeführt wird», sagt dazu Versicherungsanalyst Marti.

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