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Swissair-Grounding Vom Niedergang zur mühsamen Wiederauferstehung einer Airline

Der Zusammenbruch der Swissair vor 10 Jahren war der Höhepunkt einer Krise, die sich seit Anfang der Neunzigerjahre angebahnt hatte.

Im Folgenden die wichtigsten Etappen auf dem Weg vom Nationalstolz Swissair zur Lufthansa-Tochter Swiss: 6. Dezember 1992: Durch das Nein des Schweizer Stimmvolks zu den EWR-Verträgen wird das bilaterale Luftverkehrabkommen Schweiz-EU blockiert. Der Swissair ist der freie Zugang zum europäischen Markt verwehrt. November 1993: Das Fusionsprojekt Alcazar zwischen Swissair, AUA, SAS und KLM scheitert an der Frage der jeweils unterschiedlichen US- Partner. Januar 1997: Um die Nachteile auf dem europäischen Markt aufzuwiegen, startet der neue Chef der SAirGroup Philippe Bruggisser die «Hunter-Strategie»: Expansion durch Kapitalbeteiligungen bei nationalen und regionalen Gesellschaften wie Volare, Air Littoral, South African Airways, LOT. 15. November 1998: Die Revision des Luftfahrtgesetzes liberalisiert den schweizerischen Luftverkehr. Das Monopol der Swissair für neue Linienflüge fällt. 23. Januar 2001: SAir-Chef Philippe Bruggisser tritt nach Verlusten bei den Beteiligungen zurück. Die «Hunter-Strategie» wird beerdigt. Beginn des Rückzugs aus den meisten Beteiligungen. 15. März 2001: Nestlé-Finanzchef Mario Corti übernimmt das VR- Präsidium und die Konzernführung. Er muss am 2. April das schlechteste Ergebnis der 70-jährigen Swissair-Geschichte präsentieren: Einen Konzernverlust von 2,9 Milliarden Franken. 11. September 2001: Die Terroranschläge in den USA und die Unterbrechung des Nordatlantik-Flugverkehrs bringen der mit 17 Milliarden Fr. verschuldeten Swissair zusätzliche Einbussen von 65 Millionen Franken. 1. Okt. 2001: Der Swissair-Verwaltungsrat akzeptiert das von den Banken UBS und CS erarbeitete «Projekt Phoenix». Swissair gibt die Selbständigkeit auf. Teile des Swissair-Flugbetriebs werden durch Crossair übernommen. 2. Oktober 2001: «Grounding» der Swissair-Flotte wegen zu spätem Zugriff auf einen von den Banken zugesagten Kredit für Flugbenzin. Rund 400 Flüge fallen aus, über 38'000 Passagiere sitzen fest. 3. Oktober 2001: Mit einem Hilfskredit von 450 Millionen Fr. durch Bund und Grossbanken kann das Fluggeschäft wieder aufgenommen werden. 16./17. November 2001: Die eidg. Räte bewilligen 2,1 Milliarden Fr. für die Weiterführung des Flugbetriebs und den Aufbau einer neuen Fluglinie aus der Swissair-Tochter Crossair. 31. März 2002: Während die Swissair nach 71 Jahren den Betrieb einstellt, startet die neue Schweizer Fluggesellschaft Swiss. 1. Juni 2002: Mit Inkrafttreten der bilateralen Abkommen I erhält die Schweizer Luftfahrt gleichberechtigten Zugang zum liberalisierten europäischen Luftraum. 2002-2005: Wegen Verlusten in Folge von Überkapazitäten, Irakkrieg und hohem Ölpreis muss die Swiss den Bestand von Personal und Flotte schrittweise nahezu halbieren. 22. März 2005: Die deutsche Lufthansa kauft die defizitäre Swiss. Diese bleibt aber weitgehend selbständig. 7. Juni 2007: Das Bezirksgericht Bülach spricht die 19 angeklagten Führungsmitglieder der ehemaligen Swissair von sämtlichen Vorwürfen im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der Airline frei.

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