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Telekom Austria rutscht tief in Verlustzone

Wien Ein scharfer Wettbewerb in Österreich und eine Abschreibung bei der weissrussischen Tochter haben die Telekom Austria im vergangenen Jahr tief in die Verlustzone gedrückt.

Unter dem Strich stand ein unerwartet hohes Minus von 253 Millionen Euro nach einem Plus von 195 Millionen 2010. Ein Grossteil des Fehlbetrags entfiel auf das vierte Quartal, wie die Telekom am Donnerstag mitteilte. Telekom Austria musste wegen der hohen Inflation in Weissrussland 300 Millionen Euro auf die dortige Tochter Velcom abschreiben. Das bereinigte Ergebnis (Ebitda) sank um gut sieben Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. «Für 2012 wird ein anhaltend schwieriges wirtschaftliches Umfeld in allen wichtigen zentral- und osteuropäischen Märkten der Telekom Austria erwartet», hiess es im Zwischenbericht. Dies werde die Preise weiter belasten. Schon im vergangenen Jahr litt die Telekom Austria unter dem scharfen Wettbewerb, vor allem im Heimatmarkt Österreich: Hier stieg die Zahl der Mobilfunkkunden zwar im Jahresverlauf um 3,3 Prozent. Angesichts der Rabattschlacht um jeden Kunden blieb davon aber weniger in den Kassen des Konzerns. Der durchschnittliche Erlös pro Kunde sank im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal um gut 11 Prozent. Düstere Aussichten Besserung ist kaum in Sicht: Denn mit der Übernahme von Orange durch Hutchison 3G verbünden sich die beiden kleinsten österreichischen Mobilfunkanbieter gegen den grösseren Rivalen T- Mobile und den Marktführer Telekom. Das dürfte die Preisschlacht weiter anheizen. Das Management der Telekom Austria bekommt zusätzlich Druck durch einen neuen Grossaktionär. Der ägyptische Telekom-Magnat Naguib Sawiris, der Bruder des Andermatt-Investors Samih, ist gemeinsam mit dem österreichischen Investor Ronny Pecik mit gut 20 Prozent eingestiegen und will das Unternehmen auf Vordermann bringen, wie er dem österreichischen Magazin «News» sagte. Die Firma wird derzeit von einer Kursmanipulations-Affäre erschüttert, in der die Staatsanwaltschaft gegen ehemalige Top- Manager ermittelt. Zusätzlich soll ein Untersuchungsausschuss auf politischer Ebene die Hintergründe für Zahlungen an Parteien und die mögliche Beeinflussung von Gesetzen klären.

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